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Letztes Update am 24.02.2016, 09:40
Obwohl sich ihre Lebensweise als gesund erweist, müssen Veganer mit Vorurteilen kämpfen.

In 15 Prozent der österreichischen Haushalte lebt mindestens ein Veganer oder Vegetarier. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage des Wiener Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) im Jahr 2013. Viele ihrer Mitmenschen sind besonders von der veganen Lebensweise irritiert. Zahlreiche Sätze, welche die Unwissenheit großer Bevölkerungsteile über Veganismus zum Ausdruck bringen, treiben Veganer zur Weißglut. Ein Versuch der Aufklärung.

Kulinarische Scheuklappen

„Als Veganer kann man fast nichts mehr essen“, meinen Nicht-Veganer häufig. Tatsächlich ist dies einer der größten Irrtümer überhaupt. Veganer wagen den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand hinaus und entdecken ständig neue Gerichte. Der Vorteil der rein pflanzlichen Küche liegt darin, dass diese in allen kulinarischen Kulturen der Welt bekannt sind. Veganer suchen daher in allen Teilen der Erde nach Inspiration für ihre Gaumen und essen eben nicht nur Salat mit Essig und Öl. Mit Marzipan, Neapolitaner Schnitten, Fruchtgelee und vielen andere Naschereien, dürfen auch Veganer ihren süßen Gusto stillen.

 

„Vegan zu leben ist unglaublich kompliziert“, denken andere. Zugegeben: In ländlichen Gegenden mag dies zum Teil zutreffen. Wer sich im urbanen Bereich bewegt, kann sich aber über eine große Auswahl an entsprechenden Gerichten oder veganen Restaurants freuen. Völlig unkompliziert ist das vegane Kochen in den eigenen vier Wänden. Ist das Basiswissen über vegane Grundnahrungsmittel vorhanden, fällt die Zubereitung von Gerichten leicht.

Mängel? Fehlanzeige

„Für Sport fehlt dir die Kraft“, hören Veganer häufig. Tatsächlich ist der Körper auch ohne tierische Lebensmittel leistungsfähig. Wer sich für ein Leben ohne tierische Stoffe entscheidet, stellt außerdem meist die gesamte Ernährung um. Fastfood wird gestrichen. Mehr Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan. Weißmehl-Produkte weichen Vollkorn-Alternativen. Die Lebensmittelauswahl wird also tendenziell gesünder.

 

„Du bist immer so blass. Das liegt an deinen Nährstoffmängeln“, meinen Nicht-Veganer zu wissen. Eiweißlieferanten wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte sind für Veganer tabu. Wer ausgewogen isst, kann vegan leben und seinen Vitamin- und Eiweißbedarf trotzdem decken. Dennoch kann der menschliche Körper tierische Eiweiße besser verwerten als pflanzliche Stoffe. Um zu überprüfen, ob die Mengen an verzehrten Nüssen, Soja- und Vollkornprodukten zur Vitaminzufuhr ausreichend sind, sollten sich Veganer daher regelmäßig ärztlichen Untersuchungen unterziehen.

 

Vegan kochen und leben zu lernen, braucht Zeit. Der Weg zum rein pflanzlichen Leben ist - wie jeder Lernprozess - von vielen Aha-Erlebnissen geprägt. Viele Menschen erleben diese Phase der Umgewöhnung aber als spannend und inspirierend. Denn sie stellt zugleich den Beginn eines neuen Lebensabschnittes dar.

(cg)

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