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Olivenöl selber pressen? - So geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Wenn das Olivenöl kalt gepresst wird, ist es besonders gesund, wirkt sogar entzündungshemmend.

Olivenöl besteht aus Fettsäuren, die an Glycerin gebunden sind. Im Durchschnitt enthält Olivenöl etwa 72% Ölsäure, der Rest sind Linolsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure. Wenn das Olivenöl kalt gepresst wird, ist es besonders gesund, wirkt sogar entzündungshemmend. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Olivenöl im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, um das Risiko von Gefäßkrankheiten zu vermindern.

Richtig ernten

  • Wer zum richtigen Zeitpunkt erntet, verbessert die Qualität des Olivenöls erheblich. Normalerweise wird von Oktober bis Februar geerntet, je nach Sorte. In dieser Zeit wechseln die Oliven ihre Farbe von grün in eine violette Farbe. Man kann Sie dann mit einer langen Stange vom Baum schlagen und sie in ein, vorher ausgebreitetes, Netz fallen lassen
  • Die Oliven dürfen nicht verletzt werden. Das ist sehr wichtig, denn schadhafte Stellen verringern die Qualität des Olivenöls.
  • Spätestens drei Tage nachdem geerntet wurde, muss mit der Verarbeitung begonnen werden.

Voraussetzungen für eine gute Ernte

  • Wer sein eigenes Olivenöl herstellen will, muss 4-10 Jahre warten. Erst dann trägt ein Olivenbaum genügend Früchte. Olivenbäume brauchen viel Sonne, mögen im Herbst gerne viel Regen und brauchen möglichst gar keinen Frost.
  • Temperaturschwankungen nehmen sie besonders übel. Bei guter Pflege kann ein Olivenbaum uralt werden und bis zu zwanzig Meter in die Höhe schießen.
  • Ein großer Baum trägt jährlich etwa zwanzig Kilogramm Früchte, daraus lassen sich ungefähr vier Liter Olivenöl herstellen.

So wird richtig gepresst

  1. Bei der traditionellen Methode werden die Oliven zuerst von Zweigen und Blättern befreit.
  2. Dann werden sie gewaschen und kommen nun in die Mühle. Dabei handelt es sich um zwei hochkant gestellte Mühlsteine, die die Oliven mit Kern zu einem Brei mahlen. Dieser Vorgang dauert etwa eine halbe Stunde.
  3. Der Brei muss dann auf Matten gestrichen werden und noch einmal ausgepresst werden. Die Substanz, die jetzt entsteht, ist eine Mischung aus Fruchtwasser und Olivenöl. Diese Mischung muss nun, mit Hilfe einer Zentrifuge, voneinander getrennt werden.
  4. Wer so vorgeht, sorgt dafür, dass die besonders wertvollen sekundären Pflanzenstoffe, z.B. die Phenole und das Oleuropein erhalten bleiben.
  5. Die Temperatur bei diesem Vorgang darf 27 Grad Celsius nicht überschreiten, denn sonst darf das Öl sich nicht mehr kaltgepresst nennen.
  6. Das in Flaschen abgefüllte Olivenöl hat eine grüne bis goldgelbe Farbe. Noch nicht gefiltertes Öl ist eher trüb.
  7. Die Farbe hat jedoch keinen Einfluss auf die Qualität.
  8. Kalt gepresstes Olivenöl ist ein reines Naturprodukt.

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