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Selbst Schnaps brennen? - So geht´s

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
Als Schnapsbrennen bezeichnet man das Destillieren von Alkohol aus vergorener Maische

In der Nachkriegszeit, als es nichts zu kaufen gab, war Erfindergeist gefragt. Da wurde alles mögliche selber hergestellt, sogar, obwohl strengstens verboten, Alkohol. Der Vorgang läuft zunächst genau so ab, wie bei der Weinherstellung, nur wird hier in der Regel nicht der Saft vom Fruchtfleisch getrennt, sondern die Früchte nur zu einer sogenannten "Maische" zerkleinert. Diese wird mit Weinhefe versetzt und vergoren. Dieser Vorgang ist an sich noch nicht strafbar, nur das Herausdestillieren des Alkohols. Die Maische, aus der der Alkohol entfernt wurde, wird als sogenannte "Schlempe" bezeichnet.

  • Erlaubt ist in Deutschland nur der Vergärungsprozess von Saft und Maische, etwa die Herstellung von Wein.
  • Warnung: Das Destillieren von Alkohol aus der vergärten Masse, das sogenannte Brennen unterliegt den Zollbstimmungen. Hierfür benötigt man eine staatliche Genehmigung. Ungenehmigtes Brennen von Alkohol wird als Steuerhinterziehung geahndet und ist in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern strengstens verboten. Zuwiderhandlungen können drastische Steuernachzahlungen und Strafen nach sich ziehen - bis hin zu mehrjährigen Haftstrafen.

  • Die Maische kann aus allen möglichen Rohmaterialien hergestellt werden, Obst, angekeimtes Getreide, Kartoffeln, etc.
  • Dann braucht man: Gärhefe, ein Gärgefäß und eine Destillationsanlage mit Kühlung, um den Alkoholdampf zu verflüssigen.

  1. Zur Herstellung von der Maische werden die Früchte oder auch das eineweichte Getreide, Rüben, Kartoffeln zu einer breiigen Masse zerkleinert und in einem Gärgefäß mit Gärhefe versetzt. Durch den Gärprozess, der mehrere Wochen dauert, wird der enthaltene Zucker in Kohlendioxid und Alkohol aufgespalten.
  2. Beim Herausdestillieren des Alkohols wird die vergorene Maische in einem geschlossenen Behälter (Kessel) erhitzt, der Alkoholdampf durch eine Rohrleitung geführt, die außen mit Wasser gekühlt wird, so dass der Alkohol in der Rohrleitung kondensiert und am Ende der Leitung austropft.
  3. Eine andere Möglichkeit: Die Maische in einen Topf füllen, eine kleine Schüssel in die Maische stellen, und über dem Ganzen, statt eines Deckels einen größeren Topf mit kaltem Wasser stellen. Das Ganze erhitzen. Der Alkohol kondensiert außen am Boden des Topfes mit dem kalten Wasser und tropft in die Schüssel, die in der Maische schwimmt.
  4. Beim Destillieren von Alkohol entstehen auch Fuselöle, deshalb ist auch nicht der gesamte gewonnene Alkohol genießbar. Der erste Teil muß in der Regel verworfen werden. Erst im weiteren Verlauf der Destillation wird der Alkohol genießbar.
  5. Ich rate aber unbedingt von der eigenen Alkoholherstellung ab. Zum einen, weil es sowieso verboten ist, zum anderen kann der selbstgewonnene Alkohol äußerst gesundheitsschädigend sein, sodass er Fuselöle enthalten kann. Man braucht genaue Kenntnisse darüber, wie lange die Destillation laufen muß, bis das Destillat genießbar ist, außerdem müssen dabei ganz bestimmte Temperaturen und Zeiten genau eingehalten werden und der gewonnene Alkohol auf ein genießbares Maß verschnitten werden.

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