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Stevia - Wissenswertes über den Süßstoff der Zukunft?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Als mögliche Alternative zu Zucker ist Stevia rebaudiana, das Honigkraut, des öfteren im Gespräch.
Die Pflanze besitzt eine enorme Süßkraft, welche die des Zuckers bei weitem übertrifft. Gerade Übergewichtige und Diabetiker dürften hellhörig werden, wenn von ihrer absoluten Kalorien-Armut bzw. den eventuell blutzuckersenkenden Eigenschaften die Rede ist. Möglicherweise wirken Inhaltsstoffe der Pflanze auch blutdrucksenkend. 

Der unscheinbare Korbblütler wächst in seiner Heimat, dem Urwald zwischen Brasilien und Paraguay, eigentlich als Staude. Die dortigen Ureinwohner nutzen Stevia schon seit langer Zeit sowohl zum Süßen als auch für medizinische Zwecke. In unseren Breiten ist die Pflanze nicht winterhart. Deshalb wird sie am besten im Topf kultiviert, um sie im Winter an einen geschützten Platz bringen zu können. Die Stevia-Pflanze benötigt Wärme und Sonne. Der Boden sollte feucht, aber nicht nass sein.

  • Stevia ist bis jetzt sowohl in Deutschland als auch in den anderen Ländern der Europäischen Union nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Allerdings gibt es in Frankreich eine zweijährige Probezeit. 
  • Seit vielen Jahren wird um die Zulassung gestritten.
  • Stevia-Gegner führen als Grund für die bisherige Nichtzulassung unter anderem ein Experiment mit Ratten an, welches 1999 durchgeführt wurde. Hierbei wurden an Tieren, welche sich von großen Mengen Stevia-Kraut ernährten, Schädigungen der Fruchtbarkeit festgestellt. Auch ein mögliches Allergie-Risiko sowie eventuell krebserregende Inhaltsstoffe werden der Pflanze nachgesagt.
  • In einigen Ländern, wie zum Beispiel den USA, Japan und Australien, wird Stevia seit längerer Zeit offiziell als Süßstoff verwendet.

  1. Steviolglycoside werden aus dem Stevia-Kraut gewonnen und sind in Deutschland ab Anfang Dezember 2011 unter der Nummer "E 960" als Süßstoff zugelassen. 
  2. Es ist dann erlaubt, spezielle Lebensmittel damit zu süßen. Dazu gehören alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Konfitüre und diverse Milchprodukte. 
  3. Die Pflanze selbst oder einzelne Bestandteile, wie zum Beispiel ihre Blätter, dürfen aber weiterhin nicht als Lebensmittel verkauft werden. 
  4. Die Steviolglycoside haben übrigens nicht mehr viel mit der eigentlichen Stevia-Pflanze zu tun. 
  5. Sie werden durch ein chemisches Verfahren gewonnen, bei dem die Pflanze in ihre Bausteine zerlegt wird. Jegliche Natürlichkeit geht dabei verloren. Am Ende des Prozesses entsteht mit den Steviolglycosiden ein Süßstoff, wie jeder andere. 

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