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Warum man Essen wieder bewusst genießen sollte

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Essen ist notwendig. Und die Arten, was wir zu uns nehmen höchst unterschiedlich.

Essen ist notwendig. Und die Arten, was wir zu uns nehmen höchst unterschiedlich. Ob Fast Food, Bio, vegetarisch/vegan oder Junk Food: jedes Nahrungsmittel hinterlässt nicht nur durch die Verdauung Spuren, sondern auch im Gehirn entstehen vorher, während und nach der Nahrungsaufnahme vielerlei Prozesse. 

Wie Sie den Genuss beeinflussen oder intensivieren können

  • Versuchen Sie auf Ihre innere Stimme zu hören und beeinflussen Sie eventuelle selektive Entscheidungsgänge im Vorfeld, indem Sie sie auf gesundheitliche und ideelle Aspekte hin überprüfen. 
  • Als Flexitarier (Vegetarier, die gelegentlich Fleisch essen) beispielsweise hemmen Sie das sich manchmal nach dem Essen auftretende "schlechte Gewissen", indem Sie Wert auf Qualität und gesunde Zubereitung legen. 
  • Gehen Sie mal wieder ganz bewusst essen! Das darf ruhig mal etwas außergewöhnliches sein. 
  • Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen und teilen Sie die im Gehirn stattfindende Explosion der Freuden doch häufiger mit Anderen. 
  • Laden Sie Ihre Freunde mal wieder zum gemeinsamen Kochen ein - denn so können Sie das Gute mit dem Nützlichen verbinden.
  • Beteiligen Sie Ihre Kinder/die Familie an Entscheidungsprozessen und/oder schaffen Sie Mitkochgelegenheiten. 

Was das Essen im Körper auslöst

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was in Ihrem Gehirn passiert, während ihr Körper kopfabwärts verdaut und arbeitet? Bereits vor der Nahrungsaufnahme selektiert das Gehirn in Zusammenarbeit mit Riech- und Geschmackssinn welche Art von Genuss in Frage kommt. Hierfür sind zwei Regionen im Hirn von besonderer Bedeutung: das so genannte ventrale Pallidum in der Nähe des Belohnungszentrums und der orbitofrontale Kortex (OFC) hinter den Augen. Unser Hungergefühl können wir durch Nahrungsaufnahme in Freude und tiefe Zufriedenheit umwandeln. Wobei es keinen Unterschied macht, ob wir wirklich Hunger verspüren, oder ob es sich um einen hedonistischen Hunger (auch bekannt als “Esslust“) handelt.

Den Ursprung des Verlangens bildet Dopamin. Dessen Spiegel erhöht sich, wenn wir etwas Leckeres riechen oder sehen. Der laterale Hypothalamus kommt nun ins Spiel, denn er hat unter anderem die Funktion, den Hunger/Appetit anzuregen. Wenn wir diesem Verlangen nachgehen und für Erfüllung sorgen können, sorgt ein anderer Botenstoff für Freude und Glück: die Opioide (hierzu gehören sowohl Endorphine, als auch Drogen). Im Zusammenspiel mit dem Genusssystem (das aus dem ventralen Pallidum, der orbitofrontalen Hirnrinde und der Amygdala besteht) wird die bloße Nahrungsaufnahme für uns somit zum reinen und glücksempfindenden Genuss. Als Gegenpart sorgt an deren Ende der ventromediale Hypothalamus fürs Sattheitsgefühl - zumindest, wenn keine Funktionen beeinträchtigt sind. Und was sich jetzt alles so wissenschaftlich liest, meint im Grunde doch nur eines: Bei unserer Suche nach dem großen Glück, sollten wir mehr auf das tägliche Kleine achten. Denn das ist eine Zutat, die in keinem Rezeptbuch steht und die dennoch jedes wohlschmeckende Gericht für uns bereithält.

Mehr Bewusstsein

Wenn wir unsere Nahrungsaufnahme wieder stärker ins Bewusstsein rücken, dann können wir daraus ein richtiges Happening entstehen lassen. Denn das Glücksprinzip funktioniert übers gemeinsame Essen prima. Es sorgt für ein erhöhtes, gemeinschaftliches Hochgefühl und vor allem: für eine gute und schöne Zeit mit Ihnen nahestehenden Menschen und einer genussreichen Mahlzeit als zusätzliches Sahnehäubchen.

 

Ein weiterer Vorteil: Wer bewusst isst, und sich nicht von Nebenbeschäftigung ablenken lässt, der wird auch schneller satt. Neben dem mangelnden Genuss beim Essen unterwegs, oder während der Fernseher läuft, wird das Sättigungsgefühl nämlich unterdrückt bzw. gar nicht erst wahrgenommen. Man isst schlichtweg zu viel, fühlt sich nachher voll und in weiterer Folge wird auch die Wage schlechte Nachrichten präsentieren.

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