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Welche Lebensmittel sind zu vermeiden nach einem Reaktorunglück?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Nach einem Reaktorunglück muss man bestimmte Lebensmittel auf lange Sicht meiden.

Nach einem Reaktorunglück wie in Tschernobyl oder Fukushima muss man bestimmte Lebensmittel auf lange Sicht meiden. Man muss unterscheiden, wann und wo sie angebaut wurden und welche es betrifft. Zunächst muss man wissen, dass am Unglücksort selbst sich toxische Zerfallsprodukte aus der radioaktiven Strahlung im Boden ablagern und anschließend jahrzehntelang in der Nahrungskette zu finden sind. Alles, was irgendwann in dieser Region angebaut wird oder wächst, ist hochgradig verstrahlt. Es darf auf keinen Fall verzehrt werden. Tiere werden sich kaum daran halten, wenn ein paar Jahre nach diesem Desaster wieder Beeren, Blumen und Gräser wachsen. Für die Japaner besteht daher eine ganz andere Lage als für uns in Europa.

Zu beachten

  • Dennoch fragen sich viele Bürger, welche Nahrungsmittel sie jetzt besser meiden sollten. Alles, was derzeit in den Regalen der Läden lagert, ist schon vor der Atomkatastrophe hergestellt oder geerntet worden. 
  • Es ist also sicher. Dies gilt auch für alle Lebensmittel aus Japan. Man kann also vorerst noch bedenkenlos grünen Tee, Reis, Trockenpilze, Sushi, Sojasauce oder grünen Meerrettich verzehren. 
  • Die meisten japanischen Lebensmittel in Europa kommen per Schiffsfracht zu uns. Alles, was derzeit auf den Weltmeeren zu uns unterwegs ist, ist ebenfalls sicher. 
  • Welche Handelsbeschränkungen die Atom-Katastrophe nach sich ziehen wird, muss man abwarten. Sicher ist aber, dass zukünftig die Lebensmittelkontrollen für japanische Produkte drastisch erhöht werden. 
  • Verschiedene Institute in der EU werden Lebensmittelproben nehmen. Daher wird die Bevölkerung gut aufgeklärt sein

Fakten

  1. Eine direkte Gefahr stellen zukünftig Fische dar, die in der Unglücksregion leben. Vor allem Fisch aus dem Nordpazifik wie Alaska-Seelachs, Scholle, Kabeljau, Wildlachs oder Seeteufel ist wahrscheinlich radioaktiv kontaminiert. 
  2. Die radioaktive Wolke aus Fukushima hat sich über das Meer bewegt. Man kann zumindest bei Tiefkühlfisch feststellen, aus welchem Fanggebiet er stammt. Die Deklaration ist vorgeschrieben. 
  3. Alles weitere ist derzeit spekulativ. 
  4. Viele Einflussfaktoren werden bestimmen, was wir zukünftig besser vom Speisezettel verschwinden lassen. 
  5. Der radioaktive Fallout, der radioaktive Partikel in den Boden schwemmt, wird für lang andauernde Kontaminationen aller Pflanzen der Region sorgen. 
  6. Auch angrenzende Regionen und Länder können davon betroffen sein. 
  7. Die Menschen im Katastrophengebiet müssen auf frische Lebensmittel vom Feld verzichten. Auch Fleisch und frische Milch, Wurst- und Milchprodukte müssen dort gemieden werden. Pilze und Beeren sind nehmen radioaktive Strahlung in besonders hohen Dosen auf und sind deswegen stark verstrahlt. 
  8. Man muss auf Konserven zurückgreifen. 
  9. Für Europa gilt, dass wir alles aus eigenen Landen vorerst unbedenklich essen können, ebenso alles, was in der EU angebaut wird. 
  10. Sicherheit haben wir erst, wenn das ganze Ausmaß der Reaktorkatastrophe bekannt ist.

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