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Wer hat Fast Food erfunden?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Das Schnelle Essen, das Fast Food, war schon in der Antike bekannt.
Dort gab es an den viel befahrenen Handelswegen Garküchen, an denen sich Reisende und Händler verköstigen konnten. Die Besitzer der Garküchen boten den Kunden eine Vielzahl an warmen und kalten Speisen an. So konnte der hungrige Reisende zu erschwinglichen Preisen gefüllte Feigenblätter, Getreidebrei oder Brot kaufen. Solche Garküchen, die als Alternative zu den Schankstuben und Gasthäusern galten, sind zum Beispiel an den Straßen von Athen nach Eleusis nachgewiesen.

Vom antiken Griechenland bis ins moderne Amerika

  • In den Städten versorgten sogenannte Popinae die Menschen mit preiswerter Nahrung. In den Geschäftsräumen der römischen Mietskasernen wurden beispielsweise immer mehrere dieser Schlemmerstuben unterhalten. Da in den Räumen der Kasernen, außer im Erdgeschoss, aus Brandschutzgründen keine Feuerstellen erlaubt waren, spielten die Imbissstände eine außerordentlich wichtige Rolle in der Nahrungsversorgung der Bewohner, Arbeiter und Soldaten. 
  • Auch in den damaligen Freizeiteinrichtungen wurden solche Popinae betrieben. So konnten sich beispielsweise die Besucher eines Theaters oder einer Therme an einem der Imbissstände einen Snack gönnen. Im größten Zirkus der damaligen Welt, dem Zirkus Maximus, befanden sich unter den Zuschauerplätzen Ladenreihen, aus denen Fast Food an die Zuschauer serviert wurde. Der vom römischen Dichter überlieferte Begriff „panem et circensis“ („Brot und Spiele“) verdeutlicht, dass in der damaligen Zeit die Ernährung der Bevölkerung und deren Unterhaltung eine Einheit gebildet haben. Wenn man sich die modernen Fußballstadien oder andere Massenveranstaltungen anschaut, dann stellt man fest, dass dieses Erfolgskonzept bis heute anhält.
  • Zu Beginn des Mittelalters verlagerten sich die Standorte der Garküchen von den Handelswegen auf die Märkte in den Städten. Die antiken Treffpunkte wie Zirkus, Theater oder Therme verschwanden und der Markt wurde zum neuen kulturellen Mittelpunkt der Menschen.
  • Als im 19. Jahrhundert die Ära der Kaufhäuser begann, nahm die Bedeutung der Stadtmärkte langsam aber sicher ab. Die Imbissstände verschwanden jedoch nicht, sondern wechselten ein weiteres Mal ihren Standort. Nun waren sie in den Eingangsbereichen der großen Kaufhäuser zu finden und verköstigten dort die Besucher mit günstigem und leckerem Fast Food.
  • Es lässt sich feststellen, dass es bereits in der Antike eine Verlagerung vom „Zuhause Essen“ zum „Unterwegs Essen“ gegeben hat und das dies keineswegs eine neue Erscheinung ist. Mit den heutigen Lebensbedingungen und dem wandelnden Konsumverhalten der Menschen nimmt die Bedeutung des Fast Foods jedoch stetig zu.

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