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Wie verhalte ich mich bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:54
Die Störung entsteht durch verminderte Aufnahme von Fructose aus dem Dünndarm in den Organismus.

Die Störung entsteht durch verminderte Aufnahme von Fructose (Fruchtzucker) aus dem Dünndarm in den Organismus. So gelangen große Mengen Fructose in den Dickdarm, die dort verstoffwechselt werden. Durch die Stoffwechselabbauprodukte des Dickdarm entstehen die typischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, mit oder ohne Koliken, Übelkeit, Durchfälle oder Verstopfung, sowie Süßhungerattacken.

  • Viele Nahrungsmittel enthalten versteckten Zucker, vor allem Fertiggerichte. Meist wird dem tiefgekühlten Gemüse Zucker als Geschmacksträger zugeführt. 
  • In Soßen und Pizza und selbst in vielen Brotsorten werden Zucker, oder Zuckerarten beigemischt. 
  • Immer vor dem Kauf die Zutatenliste lesen oder das Verkaufspersonal ansprechen! Fruchtsäfte und gezuckerte oder anders gesüßte Getränke sind ebenfalls zu vermeiden.

  1. Wiederkehrende Beschwerden wie oben beschrieben nach Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln geben den ersten Hinweis auf eine evtl. Fructoseunverträglichkeit. 
  2. Sprich Deinen Arzt darauf an, er kann den Wasserstoffatemtest veranlassen, dieser sichert die Diagnose. Dabei wird nüchtern eine hohe Fructosemenge (50g) als Getränk zugeführt und stündlich anhand der Ausatemluft die Konzentration des Wasserstoffes gemessen. Eine hohe Wasserstoffkonzentration bedeutet, die Darmbakterien des Dickdarms haben die Fructose verstoffwechselt und dieses "Abgas" wird teils über die Lunge abgeatmet.
  3. Im Blut lässt sich eine niedrige Folsäurekonzentration und ein Zinkmangel feststellen. Leidest Du an Immunschwäche, Appetitverlust oder Haarausfall ist es darauf zurückzuführen. 
  4. Nach positivem Befund, das heißt festgestellter Fructoseunverträglichkeit solltest Du Deine Ernährung umstellen. Fructosefreie, oder streng fructosearme Ernährung (2 bis 4 Gramm pro Tag) sollte angestrebt werden. Begleitend kann Folsäure und Zink zugeführt werden. 
  5. Wichtigster Punkt ist die Vermeidung von Fruchtzucker, der natürliche Bestandteil von Früchten, Gemüse- und Getreidesorten. Du solltest aber auch Zweifachzucker, also den Haushaltszucker und den Mehrfachzucker meiden. Bedenke: Honig, Sirup und Alkohol zählen auch dazu. Sorbithaltige Süßstoffe sind ebenfalls zu meiden, diese sind Alkoholformen. 
  6. Folgende Süßungsmittel sind aber trotzdem erlaubt: Traubenzucker, Reissirup (gibt es im Reformhaus) oder das seit kurzem erhältliche Stevia (Süßungsmittel aus der Stevia Pflanze).
  7. Günstig sind kleine Mahlzeiten, gut kauen, langsam essen und viel trinken.
  8. Eine gute Hilfestellung im Alltag bieten auch Tabellen über geeignete und ungeeignete Lebensmittel und Listen über den enthaltenen Anteil der Fructose in den Lebensmitteln. Auch Rezeptbücher zur Fructoseintoleranz sind im Fachhandel erhältlich.

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