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Wissen ist Macht: Woher kommt das Gemüse im Supermarktregal?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Supermärkte locken mit einem besonders breiten Sortiment an Gemüse.

Man betritt einen Supermarkt und schon fällt einem das reichhaltige Angebot an mehr oder weniger frischem Gemüse ins Auge. Es gibt viele gute Gründe, Gemüse als Grundbaustein in die tägliche Ernährung einzubauen. Doch nicht jede Gemüsesorte ist hierzulande ständig verfügbar. Dennoch erwarten sich die Leute von den Märkten ein stets reichhaltiges Angebot an Gemüseprodukten. Als kritischer Konsument fragt man sich hier natürlich: Woher kommt eigentlich das Gemüse im Supermarkt?

 

Die ein oder andere ‘Stichprobe’ in diversen Supermärkten zeigt schnell: Zwiebeln aus Neuseeland, Knoblauch aus China, Brokkoli aus Italien, Erbsen aus Ungarn, Fisolen aus Marokko. Das sind nur einige Beispiele, woher unser Supermarkt-Gemüse kommen kann. Klar, Saisongemüse ist in heimischen Anbauregionen nicht das ganze Jahr über verfügbar. Doch müssen diese enorm weiten Transportwege wirklich sein?


Wir haben uns angesehen, wo und wie die Supermärkte ihr Gemüse beziehen und wollen erklären, warum diese Produktpolitik gewählt wird.

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Gemüse - Achtung bei der Herkunft

  • Um die Konsumnachfrage zu decken sowie saisonale Unterschiede auszugleichen, kann Supermarkt-Gemüse aus aller Welt kommen.

  • Man sollte stets auf die Herkunfstangaben auf den Produkten achten.

  • Oft werden unnötig lange Transportwege in Kauf genommen, nur um den Preis niedrig zu halten.

  • Achtung: Bei Tiefkühlgemüse und Fertiggerichten entfällt die Ausweisungspflicht der Herkunft. Oft fehlt sie somit einfach.

  • Gemüse ist Saisonware. Mit dem Kauf von saisonalem Gemüse aus der Region sorgen Sie für bessere Qualität, nachhaltigen Anbau und oft sogar günstigere Preise.

Gemüse im Supermarkt - oft wird ein völlig falscher Eindruck vermittelt

Alle denkbaren Gemüsesorten; das ganze Jahr über. Bei vielen größeren Supermärkten eine Selbstverständlichkeit. Da könnte man glatt vergessen, dass es verschiedene Erntephasen gibt, in denen man saisonales Gemüse problemlos aus der Region erwerben kann.

 

Zu kritisieren sind aber hier nicht nur die Supermärkte selbst. Diese versuchen nunmal, die Nachfrage ihrer Kundinnen und Kunden möglichst zu befriedigen. Bei uns allen bräuchte es oft ein Umdenken. Regionales Gemüse der jeweiligen Saison hat keine langen Anfahrtswege hinter sich und steht den Importwaren sowohl geschmacklich, als auch qualitativ, um nichts nach.

 

 

Und genau diese Anfahrtswege sind es auch, weshalb die Anbieter immer öfter in die Kritik geraten. In vielen Fällen könnten die Supermärkte ihr Gemüse nämlich aus weitaus näheren Ländern beziehen, wenn bei uns im Moment nicht Erntesaison ist. Hier spielt natürlich oft die Preispolitik eine Rolle. Produkte aus bestimmten Ländern sind oft um ein Vielfaches günstiger zu beziehen. Leider wird hier dann auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit seitens der Anbieter wenig Wert gelegt; Hauptsache die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung stimmt.

 

Hier sind selbstverständlich auch wir und im Zuge dessen ist unsere Eigenverantwortung gefragt. Wenn wir vermehrt auf saisonales Frischgemüse aus der Region setzen, dann signalisiert dies den Gemüse-Anbietern eine verstärkte Nachfrage in diesem Bereich. Und diese Nachfrage wird er befriedigen wollen - allein schon aus rein wirtschaftlichen Gründen.




Im 'Gemüsedschungel' klarkommen

Generell sollte man es sich im Supermarkt zur Angewohnheit machen, die Herkunftsangaben bei den Produkten vor dem Kauf kurz zu studieren. Nur weil ein “Bio”-Siegel oder vergleichbare Planketten angebracht sind, heißt es nicht, dass das Gemüse auch qualitativ hochwertig ist und aus der Region stammen muss. Es gibt verschiedene Bio-Zeichen in unterschiedlichen Farben. Rot steht für ‘aus Österreich’, während schwarz Produkte aus dem Ausland kennzeichnet. Hinzu kommen Kontrollnummern und allerlei optische Aufmachungen des Herstellers. Für den Endkonsumenten kann das ganz schön verwirrend sein.

 

 

Ein weiterer Grund, um auf garantiert frisches Gemüse aus der Region zu setzen: Bei Fertigprodukten, in denen Obst oder Gemüse verarbeitet wurden, entfällt die verpflichtende Herkunftsbezeichnung der Zutaten. ‘Österreichisches Birnenmus’ kann da schon mal mit Birnen aus dem Ausland hergestellt werden.

 

Fazit: Saisongerechter Einkauf von heimischen Produkten ist ein großer Schritt in Richtung Konsumqualität, Lebensfreude und Nachhaltigkeit. Jeder kann sich so besser ernähren und die regionale Landwirtschaft fördern. Gemüseprodukte im Supermarkt kommen aus aller Welt, um die Nachfrage zu decken und saisonale Schwankungen auszugleichen. Tipp: Im Zweifelsfall beim Supermarkt-Personal über die Herkunft informieren, oder gleich direkt auf regionale Anbieter setzen, bei denen man bei der Herkunftsfrage des Gemüses keinerlei Zweifel haben muss.

 

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