Foto: Shutterstock.com

Gesetzliche Schutzmaßnahmen bei Schwangerschaft in Österreich

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Eine Schwangerschaft ist ein oft freudig herbeigesehntes Ereignis. Ist man als Schwangere berufstätig, werden aber auch viele Fragen aufgeworfen.

Eine Schwangerschaft ist ein oft freudig herbeigesehntes Ereignis. Ist man als Schwangere berufstätig, werden aber auch viele Fragen aufgeworfen. Was darf ich noch machen? Wie ist das mit dem Kündigungsschutz? Und woher bekomme ich Geld, wenn ich nicht mehr arbeiten kann? Das Mutterschutzgesetz regelt alle diese rechtlichen Aspekte für werdende Mütter in Österreich.

Was wird im Mutterschutzgesetz geregelt?

  • Insbesondere besteht ein Schutz schwangerer Arbeitnehmerinnen vor schädlichen Arbeiten. Auch bestimmte Zeiträume, in denen Beschäftigungsverbote gelten, sind festgeschrieben. Und auch ein Kündigungsschutz für Schwangere und ein Anspruch auf Karenz bis zum 2.Geburtstag des Kindes und auf Teilzeittätigkeit bis zum 7.Geburtstag des Kindes ist festgelegt.
  • Mit der Information des Arbeitgebers von der Schwangerschaft, tritt in Österreich sofort der Kündigungsschutz für die Schwangere in Kraft. Während der Schwangerschaft und in einem Zeitraum bis vier Monate nach der Entbindung ist eine Kündigung nur mit einem wichtigem Grund und der Zustimmung des zuständigen Arbeits- und Sozialgerichts möglich. Wenn die Mutter nach der Entbindung ihr Recht auf Karenz und/oder Elternteilzeit in Anspruch nimmt, gilt der Kündigungsschutz für diesen Zeitraum weiter.
  • Eine werdende Mutter darf auch bestimmte Arbeiten gar nicht mehr verrichten, wie zum Beispiel Arbeiten mit erhöhtem Arbeitstempo, Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Arbeiten auf fahrenden Beförderungsmitteln. Der Arbeitgeber ist nach dem Mutterschutzgesetz verpflichtet, die Schwangere auf einen anderen, ungefährlichen Arbeitsplatz zu versetzen. Auch Nachtarbeit und die Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie das Leisten von Überstunden sind für Schwangere verboten.
  • In den letzten acht Wochen vor dem Geburtstermin und den ersten acht Wochen nach der Geburt gilt im Mutterschutz ein absolutes Beschäftigungsverbot. Arbeitgeber, die eine Schwangere oder frisch entbundene Mutter in diesem Zeitraum trotzdem beschäftigen, müssen hohe Verwaltungsstrafen zahlen. Auf ein ärztliches Attest hin, kann sogar schon vor Beginn des gesetzlichen Beschäftigungsverbots ein individuelles Beschäftigungsverbot eintreten. Während des Beschäftigungsverbots erhält die Arbeitnehmerin das sogenannte Wochengeld vom zuständigen Sozialversicherungsträger als Ersatz ihres bisherigen Verdienstes. Dieses Wochengeld ist genauso hoch wie der durchschnittliche Nettoverdienst der Arbeitnehmerin in den 13 Wochen vor Eintritt des Beschäftigungsverbots im Mutterschutz.

Kommentare