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Kündigungsschutz bei Schwangerschaft - Was gilt es zu beachten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Während einer Schwangerschaft ist eine Arbeitnehmerin vor einer Kündigung geschützt.
Dieser Schutz beginnt am ersten Tag der Schwangerschaft und endet erst vier Monate nach der Geburt. Allerdings wird der Kündigungsschutz nur wirksam, wenn dem Arbeitgeber die Schwangerschaft auch bekannt ist. Spricht er die Kündigung aus, weil ihm die Arbeitnehmerin ihre Schwangerschaft bisher verschwiegen hat, so kann diese innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Erhalt der Kündigung den Arbeitgeber von der Schwangerschaft informieren, wodurch die Kündigung ihre Rechtskraft verliert.

  • Sollte die Arbeitnehmerin allerdings weder zum Zeitpunkt der Kündigung noch während der 14 tägigen Frist selbst etwas von ihrer Schwangerschaft wissen, kann die Kündigung trotzdem auch danach unwirksam werden. Nämlich wenn die Schwangerschaft tatsächlich schon während der Kündigung bestand und die Arbeitnehmerin ihren Arbeitgeber sofort, sobald sie selbst davon erfährt, darüber informiert.
  • Vermutet die Arbeitnehmerin zum Zeitpunkt der Kündigung ihre Schwangerschaft nur, sollte sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen um diesen Verdacht abklären zu lassen. 
  • Sollte sie einen Termin bekommen, der bereits nach der 14 Tage Frist liegt, sollte sie zumindest ihren Arbeitgeber über ihre Vermutung aufklären. So wird die Frist dennoch eingehalten, auch wenn erst zu einem späteren Zeitpunkt die endgültige Entscheidung fällt.

  1. Hin und wieder versucht ein Arbeitgeber allerdings den Kündigungsschutz während einer Schwangerschaft zu ignorieren und spricht der betroffenen Arbeitnehmerin trotzdem die Kündigung aus. 
  2. In diesem Falle hilft nur eine Klage vor dem Arbeitsgericht. Da es auch hier eine Fülle von Fristen, Terminen und Regelungen gibt, die es einzuhalten gilt, empfiehlt sich vor Einreichen der Klage eine ausführliche Rechtsberatung. 
  3. Am Besten läßt man sich für die ganze Dauer einer Verhandlung von einem Anwalt beraten und begleiten, da es sonst trotz Schwangerschaft möglich sein kann, dass man aus Unwissenheit einen Fehler begeht und so trotz Schwangerschaft seinen Arbeitsplatz verliert.
  4. Hat sich die Arbeitnehmerin nichts zuschulden kommen lassen und bekommt trotzdem von ihrem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag angeboten, sollte sie unbedingt auf die Zahlung einer angemessenen Abfindung bestehen. 
  5. Angemessen bedeutet in diesem Fall unbedingt eine Summe, die mindestens den sonst bis zum Ende der Schutzfrist durch die Schwangerschaft anstehenden Nettoeinkommen entspricht. 
  6. Allerdings sollte die Arbeitnehmerin vor der Unterschrift bedenken, dass sie somit definitiv ihren Arbeitsplatz verliert und sich nach ihrer Babypause erstmal einen neue Stelle suchen muss. 
  7. Bevor man also voreilig unterschreibt und es später dann doch bereut, empfiehlt es sich auch hier, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

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