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Mutterschutz berechnen? – So geht´s

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
Der Arbeitgeber ist durch das Mutterschutzgesetz verpflichtet, bei werdenden Müttern einige...

Der Arbeitgeber ist durch das Mutterschutzgesetz verpflichtet, bei werdenden Müttern einige Dinge zu beachten. Unter anderem muss er die Arbeitnehmerin für Untersuchungen freistellen, welche bei Mutterschaft erforderlich sind. Gleichzeitig muss eine Mutterschutzfrist eingehalten werden, für deren Zeit ein generelles Beschäftigungsverbot besteht.

So geht´s

Wie sind die Mutterschutzfristen?

  • Die Mutterschutzfrist beginnt 6 Wochen vor der Entbindung und läuft bis zu 8 bzw. 12 Wochen nach der Entbindung. Während dieser Mutterschutz Zeit darf nicht gearbeitet werden.
  • Der Arbeitgeber zahlt in diesem Zeitraum einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, welches die Krankenkasse zahlt. In einigen Berufsgruppen kommt es zu Beschäftigungsbeschränkungen auch außerhalb der Schutzfrist, daher muss auch hier der Arbeitgeber für einen Ausgleich durch Mutterschutzlohn aufkommen.
  • Es besteht ein Kündigungsverbot seitens des Arbeitgebers vom Schwangerschaftsbeginn bis zu 4 Monate nach der Entbindung.
  • Sobald der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert wurde, muss er die zuständige Aufsichtsbehörde (in der Regel das Gewerbeaufsichtsamt) über die Schwangerschaft unterrichten.

Mutterschutz berechnen

  • Um den Mutterschutz zu berechnen, stehen im Internet einige Fristenrechner bereit.
  • Lt. § 3 des Mutterschutzgesetzes dürfen Mütter sechs Wochen vor der Entbindung nicht mehr beschäftigt werden, es sei denn, sie erklären sich ausdrücklich dazu bereit.
  • Diese Frist läuft lt. § 6 Mutterschutzgesetz bis 8 Wochen nach der Entbindung und verlängert sich nach Früh- und Mehrlingsgeburten auf 12 Wochen. Bei vorzeitigen Entbindungen und bei Frühgeburten wird diese Schutzfrist um die Tage verlängert, die aufgrund der vorzeitigen Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnten.
  • Einige Krankenkassen bieten ebenso Rechner an, um den Mutterschutz zu berechnen.

Mutterschaftsgeld

  • Das Mutterschaftsgeld wird in Höhe von bis zu 13 Euro täglich während der Schutzfrist von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt.
  • Nicht gesetzlich versicherte Frauen, zum Beispiel Heimarbeiter oder privat versicherte Personen, erhalten ebenso für die Zeit während der Schutzfrist inklusive des Entbindungstages ein Mutterschaftsgeld in Höhe von bis zu insgesamt 210 Euro.
  • Die Zahlung dieses Mutterschaftsgeldes erfolgt auf Antrag durch das Bundesversicherungsamt (§ 13 Mutterschutzgesetz).
  • Arbeitgeber müssen lt. § 14 Mutterschutzgesetz einen Zuschuss zahlen. Dieser Zuschuss muss auch an nicht gesetzlich versicherte Frauen gezahlt werden.
  • Um die Höhe des Zuschusses zu ermitteln muss der Arbeitgeber die Zeit des Mutterschutzes berechnen und den Unterschiedsbetrag zum täglichen Nettoentgelt der letzten drei Monate und den von der Krankenkasse gezahlten 13 Euro steuerfrei auszahlen.

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