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Mythos Hungerstoffwechsel - Was ist dran?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Nur ein Mythos oder bittere Realität?

Wer sein Körpergewicht reduzieren möchte muss seine Ernährung umstellen und sich sportlich betätigen. Geht die Gewichtsabnahme zu schnell, beispielsweise bei einer Null-Diät oder dem Fasten, kommt der Stoffwechsel schnell in ein hohes Energiedefizit und schaltet auf Sparflamme. Der Mythos Hungerstoffwechsel ist somit leider bittere Realität.

Quick-Facts zum Hungerstoffwechsel

  • Strenge Diäten lassen den Körper auf "Sparflamme" schalten und senken den Grundbedarf an Kalorien.
  • Eine Abnahme von mehr als 500 Gramm in der Woche deutet auf eine verminderte Stoffwechselaktivität hin, eine langsame Gewichtsreduktion schützt davor.
  • Anzeichen wie kalte Hände und Füße, ständiges Frieren, Schwäche, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit sind Folgen des Hungerstoffwechsels.
  • Die negative Energiebilanz sollte nicht mehr als 500 kcal am Tag sein.
  • Zum Abnehmen ist der Muskelaufbau wichtig, sie erhöhen den Grundumsatz.
  • Eine ausreichende Kalorienzufuhr und Sport lassen das Gewicht auf eine gesunde Art sinken und es kann dauerhaft gehalten werden.

Wann kommt es zum Hungerstoffwechsel?

Bei strengen Diäten, wie die Null-Diät und das Fasten, ist der Energiebedarf deutlich höher als die Energiezufuhr. Um die Organe vor Schäden zu bewahren wird der Grundumsatz gesenkt und alle Systeme auf "Sparflamme" gefahren. Die Organe werden nur noch mit dem nötigsten an Nährstoffen versorgt und laufen auf "Notbetrieb".

 

Was passiert beim Hungerstoffwechsel im Körper?

Um ein Kilogramm Körperfett abzunehmen müssen 7000 Kcal verbrannt oder eingespart werden. Der durchschnittliche Kalorienbedarf einer Frau liegt bei etwa 1800 kcal, beim Mann sind es 2200 kcal. Wird der Stoffwechsel nun in ein Energiedefizit von mehr als 500 kcal gebracht, werden Eiweiße abgebaut und als Ketonkörper ausgeschieden. Als erstes wird allerdings Muskelmasse abgebaut und nicht die Fettreserven verbrannt, dies ist auch der Grund, weshalb Diäten am Anfang sehr schnell Gewicht abbauen. Fett hat einen geringeren Energieverbrauch als Muskelmasse, deshalb werden als erstes auch Muskeln abgebaut, um Energie einzusparen. Erst wenn keine Muskeln mehr da sind werden die Fettreserven abgebaut. Wenn der Körper an die Muskeln und Fettreserven der Organe geht, ist die Gefahr für irreparable Schäden an den Organen sehr hoch. Der Körper senkt durch den Energie- und Nährstoffmangel den Grundbedarf immer mehr, was den Fettabbau sehr erschwert. Wird nach der Diät nun wieder die benötigte Kalorienzahl zugeführt, speichert der Körper alle aufgenommenen Nährstoffe und das abgenommene Gewicht hat sich nach kurzer Zeit wieder auf das alte Niveau eingependelt. Oft wird sogar noch mehr zugenommen, dies nennt man "Jo-Jo-Effekt".

 

Woran erkennt man den "Sparbetrieb" des Körpers?

Ein Gewichtsverlust von mehr als 500 Gramm pro Woche deutet auf einen heruntergefahrenen Stoffwechsel hin. Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, trockene Haut und stumpfes Haar. Ein weiteres Anzeichen für die verminderte Stoffwechselaktivität ist die niedrigere Körpertemperatur. Sie entsteht durch den Muskelabbau und den verminderten Grundumsatz, die Durchblutung nimmt ab und Finger und Zehen werden nur noch schlecht durchblutet. Bedingt durch die Stoffwechselstörungen kann es zu trockenen Schleimhäuten, Gallensteinen und zu einer Herzschwäche kommen. Höchste Alarmzeichen sind ein verlangsamter Herzschlag, starke Schwäche, Folgen durch einen Vitaminmangel und das Ausbleiben der Periode bei Frauen. Auch wenn sich ein euphorisches Verhalten zeigt, sollten die Alarmglocken schrillen. Sie können den Betroffenen in die Magersucht oder weitere strenge Diäten treiben.

 

So lässt sich der Hungerstoffwechsel verhindern

Das wichtigste beim Abnehmen ist die ausreichende Kalorienzufuhr, wird sie zu stark gedrosselt schaltet der Stoffwechsel in den Sparmodus. Der Kalorienbedarf sollte vorher ermittelt werden, dabei sollte auch die sportlichen Aktivitäten berücksichtigt werden. Wird bei der Diät Ausdauer und Krafttraining gemacht, kann das Gewicht anfangs sogar steigen, dies liegt am Muskelaufbau. Muskeln sind beim Abnehmen eine große Hilfe, da Ihr Energiebedarf wesentlich höher ist als der von Fett. Regelmäßige Mahlzeiten, viel frisches Obst und Gemüse und die Einschränkung von Zucker und Fett können die Gewichtsabnahme unterstützen.

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