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Wie bereitet man sich in der Schwangerschaft optimal auf sein Baby vor?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Glückwunsch! Ein positiver Schwangerschaftstest oder Ultraschallbefund liegt einem vor.

Glückwunsch! Ein positiver Schwangerschaftstest oder Ultraschallbefund liegt einem vor und man weiß, dass man in ungefähr 40 Wochen ein Familienmitglied mehr um sich haben wird. Die unbändige Freude wird in den nächsten neun Monaten von zahlreichen körperlichen und seelischen Umstellungen begleitet: Endorphinausschüttungen, Hormonschwankungen, psychische „Ups and Downs“, körperliche Veränderungen, die einem zum Teil gefallen, zum Teil nicht, sowie körperliche Beschwerden, ein schon baldiges Unwohlsein in der bisherigen Kleidung und nicht zuletzt: eine immer wiederkehrende Sorge, ob das Baby im Bauch wohl gesund ist, und wie man den zukünftigen Ablauf mit dem kleinen Erdenbürger wohl gut bewerkstelligen wird. 

Um dieser körperlichen und seelischen Berg- und Talfahrt mit Selbstbewusstsein und Souveränität begegnen zu können, gilt es sich in der Schwangerschaft schon zeitig, mithilfe einer Checkliste, akribisch auf den kleinen Schatz vorzubereiten.

Die vorbereitungsbedürftigen Bereiche umfassen:

  • Körperliche Umstellung und Verhalten in der Schwangerschaft 
  • Handhabung der Stillzeit und Flaschenfütterung
  • Kleidung für das Baby
  • Interieur und Technik für das Baby 
  • Körperpflege und Fun-Faktor für das Baby
  • Therapiemethoden für das Baby
  • Für die gesamte Baby-Ausstattung sind durchschnittlich 2000-3000 € (je nach Marken und Qualität der Ausstattung) zu berappen, wobei Umstandsmode hierin noch hinzu kommt.

  • Kleidung
  • Spielzeug
  • Pflegeprodukte
  • Interieur
  • Technische Anschaffungen
  • Medikamente und Therapien
  • Gymnastik und Sport
  • Arztbesuche

Körperliche Umstellung und Verhalten in der Schwangerschaft:

  1. Ernährung: Die Ernähung muss ab jetzt ausgewogen und sehr gesund, gestaltet werden. Nicht zu fett, nicht zu zucker- und salzhältig, dafür sehr vitaminreich und mineralstoffhaltig - vor allem reich an Kalzium (für das Knochenwachstum des Kindes) und Eiweiß (Fisch, mageres Fleisch, Milchprodukte). 
  2. Medikamenteneinnahme: Medikamente müssen von nun an strikt unterlassen werden, es sei denn, es ist ganz klar gekennzeichnet, dass sie in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Die einzigen Medikamente, die eingenommen werden SOLLEN, sind Folsäure und Schwangerschaftsvitaminpräparate (für die Entwicklung des Kindes). Um gegen Sodbrennen anzukämpfen, worunter die meisten Schwangeren leiden, gibt es zur Zeit nur wenig Präparate am Markt, die eingenommen werden dürfen (z.B. „Rennie“). 
  3. Ruhen und Schlafen: das Ruhe- und Schlafbedürfnis wird enorm zunehmen – schließlich wächst im Körper ja auch ein neues Leben heran, das Hochleistungsarbeit darstellt. Diesem Schlafbedürfnis muss unbedingt nachgegangen werden, auch wenn man das Gefühl hat, nur mehr „faul“ herumzuliegen. Der Arbeitgeber sollte eine Liegemöglichkeit zur Verfügung stellen. 
  4. Energy-Drinks sind von nun an zu vermeiden: es existieren medizinische Studien darüber, dass sich für das Baby schädliche Inhaltsstoffe von Energy-Drinks, nachweislich im Gehirn des Embryos absetzen. Dass auch Alkohol und Nikotin strikt zu unterlassen sind, da das Baby dies in gesundheitsgefährdend hohen Dosen abbekommt, versteht sich von selbst.
  5. Sport und Gymnastik: Die schwangere Frau ist gut darin beraten, Beckenbodengymnastik, (schwangerschaftstaugliche) Bauchübungen und Workout für den ganzen Körper durchzuführen, da sich sonst in den nächsten 9 Monaten ein Muskelschwund des gesamten Körpers einstellen wird. Dies gilt natürlich nicht, wenn man unter Beschwerden leiden sollte: man kann schon wenige Monate nach der Entbindung wieder mit dem Sport losstarten und hat nach ca. einem Jahr, wieder in etwa die alte Figur.
  6. Vorbereitung zur Entbindung: Schwangerschaftskurse helfen den werdenden Eltern, alles Wissenswerte rund um Schwangerschaft und Entbindung zu erfahren. Um den Geburtskanal selbst, auf die Entbindung vorzubereiten (sofern man keinen geplanten Kaiserschnitt haben wird), existieren Geräte mit denen der Geburtskanal wirksam vorgedehnt werden kann, um so Dammrisse und –schnitte zu umgehen (z.B. "Epino"). 
  7. Kleidung: Den wenigsten Schwangeren passt in den neun Schwangerschaftsmonaten die bisherige Kleidung, weshalb man sich nach Umstandsmode umsehen muss. Einsparungen lassen sich hier durchführen, wenn die Schwangerschaftsmode im Bauchbereich beliebig erweiterbar ausgesucht wird und somit bis zur Hochschwangerschaft getragen werden kann. Eventuelle Öffnungen im Brustbereich, sodass das Baby nach der Entbindung mit derselben Kleidung gestillt werden kann (sofern man stillen möchte), helfen zusätzliche Kosteneinsparungen durchzuführen. Sehr beliebt sind Bauchbänder, durch die sich schlank geschnittene Tops der bisherigen Mode, auch in der Schwangerschaft angenehm weiter tragen lassen. Die Schwangere muss sich darüber im Klaren sein, dass sie sehr viele Umstandshosen benötigen wird, da diese bereits nach kurzer Zeit der Schwangerschaft nicht mehr passen: der kleine zukünftige Erdenbürger verschafft sich schließlich energisch Raum!
  8. Um sicher zugehen, dass mit dem Baby und seiner Entwicklung alles in Ordnung ist, können folgende ungefährliche Zusatzuntersuchungen, durchgeführt werden: Nackenfaltenuntersuchung, Combined Test und Organscreening. 


Handhabung der Stillzeit und Flaschenfütterung:

  1. Ganz gleich ob gestillt werden soll oder eine Fläschchenfütterung vorgenommen wird - die Anschaffung eines „Stillkissens“ ist dringend empfohlen. Ein Stillkissen kann, neben der Lagerung des Babys darauf, wenn es gestillt oder gefüttert wird, auch zur Lagerung beim Schlafen und für vieles mehr herangezogen werden. Stillkissen weisen hohe qualitative Unterschiede auf, so muss es beispielsweise über Formstabilität und einen abziehbaren Überzug (der gewaschen werden kann, wenn Milch-Kleckser darauf landen) verfügen.
  2. Wenn das Baby mit der Flasche ernährt wird, müssen in etwa 6 Fläschchen als Minimum angeschafft werden. Eine kontinuierliche Reinigung und Sterilisation der Fläschchen, die unbedingt notwendig sind, können sonst nur schwer bewerkstelligt werden. 
  3. Der Kauf eines Sterilisators ist eine praktikable Anschaffung. Unter 6 Monaten müssen Schnuller, Fläschchen, Sauger und ggf. Stillhütchen, nicht nur gewaschen, sondern auch steril gehalten werden. Das Baby hat noch kein entwickeltes Immunsystem und würde sonst zahlreichen Keimen ausgesetzt werden. Natürlich kann das Auskochen auch im Kochtopf erfolgen, ist aber weitaus umständlicher. 
  4. Die Stillende Frau benötigt (jede Menge, da häufig zu wechseln) Stilleinlagen und mindestens drei Still-BHs. 
  5. Zur Reinigung der Fläschchen und Sauger vor der Sterilisation, wird ein extra dafür vorgesehenes Reinigungsbürstchen empfohlen. 
  6. Die Anschaffung von ca. 50 Stoffwindeln ist das Non plus Ultra, um dem Baby während dem „Bäuerchen-Machen“ immer eine frischen Unterlage zu gewährleisten. 
  7. Eine Stillpumpe (die aber zumeist auch kostenlos vom Krankenhaus ausgeborgt werden kann), hilft, wenn Milch abgepumpt werden muss, oder die Milchproduktion der Brust angeregt werden soll. 


Kleidung für das Baby:

  1. Je nach Jahreszeit, muss passende Kleidung inkl. Outdoor-Kleidung (z.B. Fellsack, Häubchen mit Ohrenschutz, Fäustlinge, Wollsocken) für den Neuankömmling ausgesucht werden. 
  2. Es empfiehlt sich, die Erstlingskleidung nicht zu klein und eng zu kaufen, da Babys ein „Herumzerren“ beim Anziehen gar nicht schätzen. 
  3. Eine weitere Komponente, die Babys unschön finden, ist das Anziehen von Kleidungsstücken über den Kopf. Es wird daher empfohlen, nach Bodys und Jäckchen Ausschau zu halten, die mittels Wickeltechnik anzuziehen sind. 
  4. Da man das Baby von nun an zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten wickeln muss, ist es angeraten, Strampler, welche im Schritt zu öffnen sind, zu kaufen: nächtliche Wickeleskapaden, werden damit weitaus schneller „abgewickelt“. 
  5. Ein Baby benötigt jede Menge Baumwoll/Woll-Decken: ob beim Schlafen, beim Strampeln und Spielen, beim Kinderarzt,... 
  6. Das Baby benötigt auch Schlaf-Utensilien: wie evt. einen Schlafsack, Bettwäsche, Nachtwäsche und möglicherweise einen „Himmel“, der über das Bettchen gehängt wird. Sollte eine Decke für das Bett gewählt werden, ist darauf zu achten, dass sie das Baby nicht über den Kopf ziehen kann (wozu Neugeborene wegen ihrer Bewegungsmuster sehr geneigt sind!): entweder durch Einschlagen unter der Matratze, oder durch das Anbringen von Deckenfixations-Klips an den Gitterstangen des Bettes. 


Interieur und Technik für das Baby und die Schwangere/Stillende:

  1. So klein der Neuankömmling auch sein mag – so groß ist das neue Interieur, das dafür sorgen wird, dass in den eigenen vier Wänden nichts mehr so aussieht wie vorher. 
  2. Für den sicheren Transport des Babys, sind ein Kinderwagen und ein Autositz zu kaufen - oft kann man diese schon kombiniert anschaffen.
  3. Kinderwägen verfügen über unzählige Facetten: Sportlich, geländertauglich, Strandgeeignet, von sehr leicht bis sehr schwer,... man sollte sich mit der Auswahl des Kinderwagens Zeit lassen und gründlich auswählen – er wird ein langwieriger Begleiter sein. 
  4. Um das Baby zu Hause gut versorgen zu können, empfiehlt sich ein geräumiger Wickeltisch, in dem unzählige Pflegeprodukte und Kleidungsstücke sowie Windeln verstaut werden können. 
  5. Babys mögen keine Kälte, da sie sich schließlich 9 Monate in einer 36-37 Grad warmen „Örtlichkeit“ befanden. Um Babys nach dem Baden nicht mit unnötigen Kälteschocks zu belasten (und sich selbst mit der Reaktion des Babys darauf), ist das Anbringen einer Wärmelampe am Wickeltisch dringendst empfohlen. Wer keine Löcher in die Wand bohren möchte, kann zu einem Standgerät greifen. 
  6. Wer plant, auch einmal ohne Kinderwagen, in einem Tragetuch das Haus zu verlassen, muss ein Tragetuch oder eine andere Tragevorrichtung anschaffen. Babys lieben das Tragen im Tragetuch, da sie so die Körperwärme fühlen, den Herzschlag hören und zum Teil auch mehr sehen, als im Kinderwagen. Kinderärzte warnen jedoch vor zu langem Transport, wegen der noch instabilen Wirbelsäule eines Säuglings. 


Körperpflege und Fun-Faktor für das Baby:

  1. Um den kleinen Liebling ausreichend pflegen zu können empfehlen sich folgende Anschaffungen zur Körperhygiene und -pflege: Babyöl, Windeln in Erstlingsgröße, Waschlotion, Bodylotion, Baby-Wattestäbchen, Feuchttücher zur Reinigung, Windeleimer, Badeeimer oder Badewanne, Schutzcreme für wunden Po, Einmaltaschentücher, Wattepads oder Mulltupfer (für die hygienische und sanfte Augenpflege bei ganz frischen Neugeborenen), Kapuzenbadetücher und ausreichend Waschlappen (welche nach jeder Wäsche gewechselt werden sollten). Um eine Allergieentwicklung zu vermeiden ist es klug, sämtliche Pflegeprodukte ohne Parfum- und Konservierungsstoffe zu kaufen. 
  2. Um Babys zwischendurch zu „entertainen,“ empfiehlt sich die Anschaffung eines Mobiles in kräftigen Farben. Doch die meisten Mobiles verfügen über viel zu laute Musik, die sogar für Erwachsene störend ist, wodurch das Baby eher überreizt werden kann, als beruhigt. Wenn das Baby größer wird, möchte es nach und nach Spielzeug zum Angreifen und Erforschen. 


Therapiemethoden für das Baby

  1. Nahezu jedes Baby wird ab und an, in den ersten drei Monaten, unter Drei-Monats-Koliken leiden. Für diesen Fall sollte man Wärmetherapiemethoden (z.B. Kirschkernkissen), Kümmelzäpfchen, Babydarmrohr und SAB-Tropfen sowie Fenchel-Tee, immer griffbereit haben. Sämtliche Methoden sollten jedoch vorab mit dem Kinderarzt besprochen werden, der einem genaue Auskünfte über Anwendung und Dosierung geben kann. 
  2. Da die meisten Babys über einen „Nuckel-Trieb“ verfügen, wirken sich Schnuller positiv auf das Seelenwohl des Babys aus und beruhigen. Falls Eltern es ablehnen, einen Schnuller zu offerieren, wird das Kleine bei Nuckelbedarf, ohnedies zum Daumen greifen. 
  3. Erste Zahn-Bewegungen im Kiefer können bereits nach wenigen Wochen und Monaten auftreten, weshalb es sich empfiehlt, Beißringe und Gels zur Schmerzlinderung des Zahnens, einzulagern. 

 

  • Nach Abarbeitung dieser Liste, bleibt endlich Zeit, sich entspannt zurückzulehnen und freudig auf seinen kleinen Schatz zu warten. 
  • So anstrengend und kostspielig die Vorbereitungen auf ein Baby auch sein mögen – man wird für seine Mühen mit den liebsten kleinen Kulleraugen der Welt reich belohnt werden.

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