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Wie führt man einen Schwangerschaftsabbruch durch?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:46
Wird die Schwangerschaft unterbrochen, spricht man von einem Schwangerschaftsabbruch.
Dies erfolgt entweder durch eine operative Entfernung der Frucht oder medikamentös. In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch seit 1955 gesetzlich geregelt, mit dem § 218/§ 219 StGB der besagt, dass unter gewissen Vorraussetzungen, nach einer Indikationszeit eine Schwangerschaftsunterbrechung straffrei erfolgen kann. Grundvoraussetzung ist, die Schwangere willigt ein und ein zugelassener Arzt nimmt den Abbruch vor.

  • Nach der Fristregelung darf ein Abbruch nur bis zur 12 Schwangerschaftswoche (nach der Empfängnis - 14. SSW nach der letzten Menstruation) durchgeführt werden.
  • Bevor die Unterbrechung erfolgen kann, muss die Schwangere eine Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle aufgesucht haben und von dieser eine schriftliche Bescheinigung vorweisen. Diese Beratung muss mindestens 3 Tage vor Abbruch erfolgt sein.
  • Die Beratung darf nicht von dem durchführenden Arzt vorgenommen werden.
  • Liegt bei der Schwangeren eine besondere Notlage vor, kann der Abbruch in Ausnahmefällen, straffrei bis zu der 22. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Aber auch hier muss eine Beratung in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatung schriftlich nachgewiesen werden.

Ausschabung

  1. Die Ausschabung war früher die üblichste Methode des Abbruchs. 
  2. In örtlicher- oder Vollnarkose wird der Muttermund mit Instrumenten aufgedehnt und mittels Kurette (scharfer Löffel) erfolgt die Ausschabung von Embryo, Fruchtsack und Gebärmutterschleimhaut.


Vakuumaspiration

  1. Bei dieser Methode wird die Ausschabung mit Unterdruck durchgeführt. Auch hier wird zuerst die Vordehnung des Muttermundes vorgenommen und anschließend mit einer Vakuumkürettage die Frucht abgesaugt.
  2. Die Vakuumaspiration als auch die Ausschabung kann stationär als auch ambulant durchgeführt werden, da das Risiko relativ niedrig ist. Es können nach dem Abbruch eventuell Unterbauchkrämpfe auftreten.


Medikamentös

  1. Ein Schwangerschaftsabbruch kann bis zu dem 35. Tag/5. Schwangerschaftswoche nach der Empfängnis, mit der Abtreibungspille - Antigestagenen ausgelöst werden. 
  2. Dafür erhält die Schwangere den Wirkstoff der Abtreibungspille Mifepriston, der die Öffnung des Muttermundes veranlasst. 
  3. Nach etwa 48 Stunden werden Gestagene (weibliche Sexualhormone) verabreicht in Form von Misoprostol. Diese lösen eine Gebärmutterkontraktion aus und bewirken eine Ausstoßung der Frucht.
  4. Diese Vorgehensweise erfolgt immer unter ärztlicher Kontrolle. Eine Nachuntersuchung ist nach etwa 1 - 2 Wochen erforderlich.
  5. Bei dieser Art des Schwangerschaftsabbruchs ist die Erfolgsrate sehr hoch. 
  6. Frauen mit einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft, Frauen mit Spirale aber auch bei Asthmatikerinnen ist diese Therapie nicht empfehlenswert.

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