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Buddy-System beim Tauchen - Warum?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:19
Ein Buddy-System beim Tauchen ist unabdingbar.

Ein Buddy-System beim Tauchen, also das Tauchen mit einem Partner bestenfalls mit einem Freund (Buddy), ist unabdingbar, wenn man nicht Leib und Leben unnötigerweise bei einem Tauchgang riskieren möchte und zählt zu einem der eisernen Grundsätze des Tauchsports. Doch welche Vorteile hat die Anwendung eines Buddy-System beim Tauchen?

  • Auch wenn man durch einen zweiten Mann abgesichert wird, sollte man darauf achten keine gefährlichen Situationen herauszufordern oder zu verursachen, sei es durch Leichtsinn im Wasser oder schlechte Vorbereitung vor dem Tauchgang. 
  • In Gruppen von mehreren Tauchern wird das Buddy-System beim Tauchen ebenfalls angewendet, dies bietet einfach eine größere Sicherheit, da man sich nur auf eine Person konzentrieren muss. Man sollte also eher in gerader Anzahl auf Tauchgang zu gehen, auch wenn man vorhat zusammen zu bleiben.

Gute Gründe für ein Buddy-System

  • Ein Tauchpartner ist schon vor dem Tauchen äußerst hilfreich beim Anlegen, Feinjustieren und Kontrollieren der Ausrüstung.
  • Ein Verheddern oder Verfangen eines Teils oder des ganzen Körpers kann schnell passieren. Mit einem Tauchkollegen, der einen wieder entwirrt oder aus der brenzligen Situation durch Herausschneiden befreit, ist man auch hier gut beraten.
  • Manche Unterwassertiere können durchaus aggressiv auf Taucher reagieren. Den Angriff eines Clownfisches kann man wahrscheinlich noch alleine abwehren, aber bei größeren Tieren könnte Hilfe von anderen durchaus von Vorteil sein. Auch bei Verletzungen durch Tierattacken ist die Unterstützung eines Tauchpartners natürlich überaus wichtig.
  • Auch wenn man mit Tatendrang an einen Tauchgang herangeht, können verschiedene Faktoren dazu beitragen, dass man sich in der realen Situation des Tauchens an irgendeinem Zeitpunkt unwohl fühlt, z.B. wenn man sich einer Schlingpflanze verfängt. Doch entwickelt sich dieses Unwohlsein zu einem Zustand der Angst oder sogar der Panik verliert man leicht die Orientierung oder bringt sich ungewollt in gefährliche Situationen. Ein Buddy-System beim Tauchen ermöglicht in solchen Situationen das Zurückgreifen auf einen gefassteren Partner, der die Situation wohlmöglich durch einfaches Beruhigen entschärfen oder die verängstigte Person gezielt aus dem Wasser lotsen kann.
  • Bei Schwindel, Tiefenrausch, Ohnmacht oder andere Arten von Schwächeanfälle, die die eigene Wahrnehmung, Bewegungsfähigkeit oder das Bewusstsein beeinträchtigen kann ein Partner Hilfe leisten. Entweder indem er den Betroffenen in Richtung Wasseroberfläche lotst, wenn dieser noch selbst auftauchen kann, oder ihn aus dem Wasser und an Land bringt. Gegebenenfalls kann ein Buddy dann auch Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten und medizinische Hilfe rufen. Bei Verletzungen gilt natürlich dieselbe Vorgehensweise.
  • Eine weitere Gefahr Unterwasser kann das Aufbrauchen der Atemluft sein, z.B. durch ein Leck im Tank oder zu langes tauchen. Beim Tauchen mit einem Partner kann nun ein Vorrat an Pressluft geteilt werden bis die Wasseroberfläche reicht und normales Atmen wieder möglich ist.
  • Es wurde schon einige Male erwähnt, dass ein Partner den anderen im aufgewühlten Zustand anleiten kann aufzutauchen. Diese Anleitung einer gefassten Person ist wichtig, da ein zu schnelles Auftauchen zur potentiell tödlichen Taucher- oder Dekompressionskrankheit führen kann. Ein Risiko, welches man selbst kaum im Blick behält, wenn man an nichts anderes mehr denkt als Flucht.

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