Foto: Shutterstock.com

Der Stellenwert des Briefmarkensammelns heute

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Kein Breitenphänomen mehr. Der Reiz ist aber nach wie vor vorhanden.

Auch wenn es nicht mehr so ein Breitenphänomen wie vor ca. 50 Jahren ist; das Sammeln von Briefmarken ist eine enorm spannende Sache und nach wie vor für viele Menschen mehr als nur ein Hobby.

 

Junge Menschen haben auf Grund moderner Kommunikationsmöglichkeiten (man denke nur an das Internet) viel seltener Kontakt mit Briefmarken, als früher. Gesammelt werden diese aber weiterhin. Von einem "Aussterben der Philatelie" kann also überhaupt keine Rede sein.

 

Die Sammelgewohnheiten haben sich aber geändert. So geht der Trend heutzutage hin zu Spezial- und Heimatsammlungen. In diesem Beitrag wollen wir uns ansehen, was die Unterschiede hinsichtlich der Sammelmotive sind und wie der gesellschaftliche Stellenwert der Philatelie heute aussieht.

Foto: Shutterstock.com

Vom Generalsammler zum Spezialsammler

Zu Anfangszeiten der Philatelie waren die meisten Leute sogenannte Generalsammler. Diese wollten also sozusagen "die ganze Welt" der Briefmarken sammeln. Nach und nach gab es aber immer größere Markenauflage und eine Komplettsammlung zu erreichen wurde zunehmen nicht mehr schaffbar. Man hat sich immer stärker auf bestimmte Bereiche konzentriert; der Typus des Spezialsammlers ist entstanden.

 

 

Dieser legt seinen Fokus beim Sammlen von Briefmarken auf eine Nation oder ganze Ländergruppen (wie den deutschsprachigen Raum oder Skandinavien - historisch wären die Gebiete aus dem Kaiserreich zu nennen). Ein weiterer Typus wären die Heimatsammler, die vor allem auf der Suche nach Objekten aus ihrer Region (z.B. Heimatbezirk) sind. Außerdem sind hier noch die Motivsammlungen erwähnenswert. Sammler legen hier Wert auf bestimmte Motive auf den Marken. Das können beispielsweise Autos, Eisenbahnen, Blumen oder Olympia-Marken etc. sein.

 

Sammeln und der historische Hintergrund

Was in den letzten Jahren ebenfalls eklatant zugenommen hat ist der postgeschichtliche Teil der Philatelie. Gemeint sind auf Poststücken platzierte Marken. Daraus kann man sehr gut den historischen Kontext ableiten. Wohin wurde die Sendung befördert? Wurde die Bahn, das Schiff oder gar Luftpost verwendet? Interessant sind in diesem Zusammenhang natürlich auch Objekte aus Kriegszeiten.

 

Der Reiz am Sammeln

Auch heute gibt es Briefmarkenvereine, rennomierte Ausstellungen und Auktionen mit beeindruckenden Objekten aus aller Welt. Die Philatelie übt also einen gewissen Reiz aus und hat dementsprechend nach wie vor einen gesellschaftlichen Stellenwert, der nicht von der Hand zu weisen ist. Dieser Reiz liegt sicherlich vor allem in der Vielfalt begründet. Es gibt so viele Bereiche in der Welt der Philatelie, dass man sich erst einmal orienteren muss, um sich zurechtzufinden und in weiterer Folge spezialisieren zu können.

 

Nicht nur Briefmarken

In der Philatelie kursiert oft der Begriff "Postwertzeichen". Ein Wort, unter dem sich der Laie oft relativ wenig vorstellen kann. Gemeint sind alle Poststücke, die der Erhebung von Entgelten für Sendungen bzw. Postdienstleistungen zuzurechnen sind. Postwertzeichen sind also demnach nicht nur Briefmarken, sondern auch Poststücke mit eingedrucktem Wertzeichen. Kuverts, Postkaren, Paketkarten, Aufdrucke, Antwortscheine, Stempelabdrucke und sonstige Postzeichen spielen alle eine Rolle und können für Sammler sehr interessant sein. Auch solche Poststücke können mit Marken bei Portoänderungen oder Auslandssendungen ergänzt werden.

Kommentare