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Die Entstehung des Muttertags: So war es wirklich

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Die Geschichte des Muttertags

Wieder einmal steht der Muttertag vor der Tür und unzählige Ehemänner und Kinder stürmen die Blumenläden und Kaufhäuser. Doch warum feiern wir diesen Tag und wo beginnt seine Geschichte? Dieser Frage wollen wir hier näher auf den Grund gehen.

 

Der Ursprung

Tatsächlich wurde der Grundstein für den Muttertag bereits im Jahre 1865 gelegt. Zu dieser Zeit war die Frauenbewegung der USA und Großbritanniens im Vormarsch. Im Zuge dessen hat die us-amerikanische Pastorenehefrau Ann Maria Reaves Jarvis den "Mothers Friendships Day" ins Leben gerufen.  

 

Sie wollte "Mothers Day Meetings" organisieren, bei denen sich die Mütter des Landes über aktuelle Fragen austauschen konnten. Fünf Jahre darauf etablierte Julia Ward Howe die Mütter-Friedenstag-Initiative. Diese stand unter dem Thema "Peace and Mothership". Diese Initiative sollte das Land darauf aufmerksam machen, wie viele Frauen ihre Söhne im Krieg verloren haben.

 

Die Geschichte des Muttertags in den USA

Ann Maria Reaves Jarvis' Tochter, Anna Marie Jarvis, war maßgeblich an der Entstehung des Ehrentags der Mütter beteiligt. In Grafton veranstaltete sie am zweiten Todestag ihrer Mutter zum Gedenken an sie das "Memorial Mothers Day Meeting". Im Jahr darauf sorgte sie dafür, dass am zweiten Maiwochenende in der Graftoner Methodistenkirche ein Gedenkgottesdienst gefeiert wurde, bei der sie 500 weiße Nelken an alle Mütter in der Kirche austeilen ließ.

 

Anna Marie Jarvis widmete daraufhin all ihre Zeit der Erschaffung eines offiziellen Ehrentages aller Mütter. Diese Bewegung fand viele Unterstützer und Unterstützerinnen, weshalb bereits im Jahr 1909 der Muttertag in 45 US-Staaten begangen wurde, bis er schließlich 1914 erstmalig als nationaler Feiertag zelebriert wurde. Die Verbreitung dieses Ehrentages der Mütter sorgte allerdings für eine immer höhere Kommerzialisierung, weshalb sich Anna Maria Jarvis von der Bewegung abwandte und schließlich für eine Abschaffung des Ehrentages eintrat.

 

Der Muttertag als deutsche Tradition

In Deutschland wurde der Ehrentag der Mütter im Jahr 1922/1923 vom Verband deutscher Blumengeschäftsinhaber am Tag der Blumenwünsche etabliert. Dies wurde dann so fortgeführt, bis dieser Feiertag zur Zeit des Nationalsozialismus einen kleinen Wandel erlebte. Die Mütter wurden nun nicht mehr mit Blumen beschenkt, sondern stattdessen als „Heldinnen des Volkes“  gefeiert und mit dem "Ehrenkreuz der deutschen Mutter" belohnt. Dies rührte daher, dass die Frauen dieser Zeit den "arischen Nachwuchs" förderten und deshalb speziell geehrt werden sollten, wenn sie dem deutschen Volk viele Nachkommen bescherten.

 

Während später die DDR den Internationalen Frauentag am 8. März feierte, wurde im Jahre 1950 der Muttertag in der BRD zum ersten Mal so begangen, wie man ihn heute kennt. Nach wie vor ist dieser Feiertag nicht gesetzlich verankert, sondern basiert auf Übereinkünften der Wirtschaftsverbände - was Kinder und Ehemänner trotzdem nicht davon abhält, der Tradition jährlich zu folgen und fleißig Geschenke zu kaufen.

 

Die Entstehung des österreichischen Muttertags

Nachdem Amerika den Ehrentag einführte zogen Großbritannien, die Schweiz, Finnland, Norwegen, Schweden, Deutschland und schließlich im Jahre 1924 auch Österreich nach. Die Begründerin der österreichischen Frauenbewegung, Marianne Hainisch, gilt hier als die Initiatorin des Ehrentags der Mütter. Dieser wurde während der zweiten Amtszeit ihres Sohnes eingeführt. Der sollte Österreichern bekannt sein, denn Michael Hainisch befand sich damals in seiner zweiten Amtszeit als Bundespräsident. Demnach wurde dieser Feiertag in Österreich erstmalig im Jahr 1924 gefeiert.

 

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