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Nachts ins Freibad einbrechen: Sind Strafen und Konsequenzen zu erwarten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Ein Kavaliersdelikt, der gar keiner ist!

Manchmal ist die Versuchung sehr groß und gerade als Jugendlicher übermannt einen schnell der Übermut. Im Sommer in ein Freibad einzubrechen und hier das Badevergnügen ganz umsonst zu genießen ist aufregend, verführerisch und doch zugleich auch sehr töricht.

 

Was wie ein Kavaliersdelikt erscheint, kann sehr streng geahndet werden. Doch mit welchen Konsequenzen muss man rechnen? Welche Strafen erwarten dich? Warum sich ein solches Unterfangen selten lohnt, soll hier geklärt werden.

Bitte beachten

  • Ein Freibad ist Privatbesitz, sofern nichts anderes angegeben ist. Das unerlaubte Betreten von Privatbesitz ist strafbar.
  • Freibäder gab es bereits in der Antike, hier waren sie allerdings nur Männern vorbehalten.
  • In Fürth galt bis in die 1950er Jahre eine besondere Regelung. Hier wurde zwischen einem Freibad und einem Zahlbad unterschieden. Das Zahlbad war kostenpflichtig, das Freibad nicht.
  • Nicht jedes Freibad verbietet nachts das Schwimmen. Man sollte immer auf Beschilderungen Acht geben.

Ins Freibad einbrechen? Das sollte man wissen!

Wenn aus Spaß plötzlich Ernst wird

Jährlich verzeichnen viele Freibäder in Deutschland enorme Schäden durch Einbrüche. Gerade im Hochsommer, wenn die Nächte besonders warm sind, nutzen viele Jugendliche (aber auch ältere Personen) die Gunst der Stunde. Viele denken, der Einbruch in ein Freibad sei ein Kavaliersdelikt. Wird man jedoch erwischt, erwarten einen die gleichen Konsequenzen, wie bei jedem anderen Einbruch auch. Voraussetzung für die Eröffnung eines Strafverfahrens ist, dass man auf frischer Tat ertappt wird, oder Beweise am Tatort zurückbleiben, welche eindeutig auf den Täter schließen lassen. Ein Großteil der Anzeigen wird 'gegen unbekannt' erstattet. 


Konsequenzen durch den Betreiber

Der Betreiber kann bei Kenntnis des Täters ein allgemeines Hausverbot gegen ihn aussprechen. Dies regelt bereits der §123 StGB, wobei ein solches Delikt auch als Hausfriedensbruch, im strafrechtlichen Sinne, gewertet werden kann. Das Hausverbot wird meist auf Dauer, also lebenslang, verhängt. Zudem hat der Betreiber die Möglichkeit, den Täter auf Schadenersatz zu verklagen, sollten Schäden entstanden sein. Unter Umständen kann auch der Eintritt sowie eine zusätzliche Strafgebühr, nachträglich erhoben werden. Sollte das Becken verschmutzt worden sein, muss der Täter unter Umständen auch für die entstandenen Reinigungskosten aufkommen. 


Strafrechtliche Konsequenzen

Bei einem Einbruch, egal in welcher Form, muss man mit entsprechenden Strafen nach dem Strafgesetzbuch (StGB) rechnen. Die Art der Strafe hängt davon ab, ob die Tat als Hausfriedensbruch oder als Einbruch gewertet wird. Bei einem Hausfriedensbruch muss der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, welche meist zur Bewährung ausgesetzt wird, oder mit einer Geldstrafe rechnen. Die Geldstrafe richtet sich nach der Schwere der Tat und auch danach, ob das Gelände durch spezielle Sicherungsmaßnahmen geschützt wurde, welche erst überwunden werden mussten. Je nach dem, unterscheidet man zwischen Hausfriedensbruch und schwerem Hausfriedensbruch. Hierunter fällt auch, wenn man sich mittels Gewalt gegenüber einer anderen Person, Zutritt zu dem Gelände verschafft.

Sollte die Tat als Einbruch gewertet werden, so muss man mit härteren Konsequenzen rechnen. Der Einbruch wird in Deutschland unter dem Tatbestand des Diebstahls abgehandelt. Dieser definiert sich durch die Tatsache, dass zum Erlangen einer bestimmten Sache, ein Hindernis überwunden werden muss. Beim Einbruch in ein Freibad ist dieser Tatbestand unter Umständen gegeben. Allein der Versuch ist strafbar. Bei einem Einbruch können Haftstrafen von drei Monaten bis hin zu zehn Jahren verhängt werden. Dies richtet sich entsprechend nach der Schwere der Tat. 


Strafbemessung

Die Strafen richten sich auch nach dem Alter und danach, ob man Ersttäter war oder bereits mehrfach aufgefallen ist. Man sollte zudem bedenken, dass der strafrechtliche Aspekt von den zivilrechtlichen Belangen strikt getrennt ist. Der Eigentümer hat immer das Recht, Schadenersatz einzufordern. In diesem Fall könnte ein weiteres Verfahren auf den Beschuldigten zukommen. 

 

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