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Osterfeuer - Brauch zu Ostern? - Das steckt dahinter

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
In knapp einem Monat ist es wieder soweit – das Osterfest steht vor der Tür.

In knapp einem Monat ist es wieder soweit – das Osterfest steht vor der Tür. Traditionell werden in vielen Regionen Deutschlands dann auch wieder die sogenannten Osterfeuer angezündet. Aber wo stammt dieser Brauch her und welche Funktion hat er?

Die Ursprünge vom Osterfeuer-Brauch

  • Das feierliche Anzünden großer Holzscheite und Haufen aus Zweigen ist keine Idee der christlichen Kirche, sondern findet seine Anfänge in einem heidnischen Ritual.
  • Vor dem 8. Jahrhundert wurden die Feuer zum Frühlingsanfang entfacht, um den Winter zu vertreiben und mit ihm eventuelle böse Geister zu verscheuchen.
  • Als die christliche Kirche dann die nordischen Stämme missionierte, übernahmen sie die Tradition einfach und schrieben ihr einen religiösen Hintergrund zu. Statt die Feuer zum Frühlingsanfang anzuzünden, verlegten die Christen diese Sitte auf die Osterzeit.
  • Heutzutage steht der Osterfeuer-Brauch für die Reinigung der Gläubigen. Dazu wird der Holzscheit traditionell mit einer Kerze angezündet, die für Jesus Christus stehen soll, der das Licht des Glaubens auch in schweren Zeiten aufleuchten lässt.

Lokal unterschiedliche Formen:

  • Der Osterfeuer-Brauch wird von Region zu Region leicht verändert gefeiert. In Nordfriesland beispielsweise wird das Fest „Biikebrennen“ genannt und bereits um den 21. Februar herum in ländlichen Regionen veranstaltet.
  • In Westfalen findet das Osterfeuer dagegen am Abend des Ostersonntages statt. Mancherorts wie beispielsweise in Hamburg oder im Harz wird auf dem höchsten Punkt eine Puppe aus Zweigen aufgestellt, die dann ebenfalls verbrannt wird.
  • Diese Figur soll angeblich für eine Hexe oder einen bösen Geist stehen, der sinnbildlich für das Böse durch das Feuer dann gereinigt wird.
  • Neben den Feuern gibt es normalerweise auch ein kleines Rahmenprogramm aus Musik, einem alkoholischem Umtrunk, kleinen Tanzveranstaltungen oder Grillfesten, die sowohl Einheimische als auch Touristen zusätzlich unterhalten sollen.
  • Auch in Österreich gibt es den Osterfeuer-Brauch. Dort sind die Feuer sehr beliebt, sodass in kleinen Gemeinden am Karsamstag oft mehr als nur ein Feuer aufleuchten.
  • Es gibt allerdings auch Regionen wie beispielsweise Graz, in der die Osterfeuer aufgrund der immensen Umweltbelastung entweder komplett verboten oder nur in kleinerer Form und im Rahmen besonderer Volksfeste erlaubt werden.

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