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Ostergebet: "Wachet und betet mit mir!" von Christian Morgenstern

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:20
Der Dichter Christian Morgenstern, wendet sein Innerstes, seine eigene erfahrene Verlassenheit und

Der Dichter Christian Morgenstern, wendet sein Innerstes, seine eigene erfahrene Verlassenheit und Angst in die Worte Jesu vom Ölberg in das Ostergebet. Direkt nach dem letzten Abendmahl geht er mit seinen Jüngern ein letztes Mal in seinen Lieblingsgarten. Der Garten Getsemani und hier nimmt er nur einen kleinen Dreierkreis von Vertrauten mit, um in der Stunde seines Verrates, mit seiner Todesangst nicht allein zu sein. Doch als er zurückkommt, da schlafen die Jünger. "Konntet ihr nicht diese eine Stunde mit mir wachen?" Sie haben den Ernst der Lage, in die sich Jesus mit der Austreibung der Händler aus dem Tempel gebracht hat, noch nicht überrissen. Auch, dass er gesagt hat: "Gebt des Kaisers, was des Kaisers ist. Und Gott, was Gottes ist!" Als die Anklage im Prozess Jesu, der gar keiner war, nicht richtig zieht, - den für den Römer Pontius Pilatus ist der Vorwurf der Gotteslästerung kein todeswürdiges Verbrechen, was geahndet werden muss. Da fahren die Hohepriester und Schriftgelehrten schwerer Geschütze auf. Denn Jesus wird als Volksaufwiegler verurteilt, der die öffentliche Ordnung im Tempel gestört hat und das Volk aufgewiegelt haben soll. Dem Kaiser keine Steuern zu bezahlen. Das Gebet von Christian Morgenstern und weitere Ostergebete findest du auf unserer Überblicksseite!

Hintergründe zu "Wachet und betet mit mir!" von Christian Morgenstern

  • Jesus bittet den Petrus, den Johannes und den Jakobus, die er auch schon mit auf den Berg der Verklärung genommen hat: "Wachet und betet mit mir!" Das Ostergebet ist voller Angst und Trauer.
  • Der Schrei innerer Zerrissenheit und der Schmerz völlig unverstanden zu sein taucht in dem Ostergebet von Christian Morgenstern auf: Menschliche Gefühle des Gottmenschen Jesus, die aber einen jeden Menschen im Leben befallen können.
  • Die Worte Jesu, die Christian Morgenstern im Ostergebet verdichtet hat, sind vom Komponisten Jacques Berthier für die ökumenische Brüdergemeinschaft Taizé in Burgund sehr gefühlvoll und einfühlend vertont worden: "Bleibet hier und wachet mit mir. Wachet und bete! Wachet und betet!"
  • Bis heute gehört in Jerusalem in der Karwoche, am Abend des Gründonnertages, die Andacht der Franziskaner in der Todesangst Christi Kirche zu den bestbesuchtetsten Gottesdiensten in Jerusalem, weil er so voller mitleidender Stimmung ist.
  • Vieltausendfach erklingt das Ostergebet in der Stunde der Todesangst am Todesangstfelsen, der von einer verkupferten Eisendornenkrone gefasst ist.
  • Rote Rosenblätter werden während des Gottesdienstes auf den Felsen gestreut und erinnern daran, dass Jesus in der Todesstunde Blut geschwitzt hat.
  • Bis heute gibt es in der Oberpfalz am Gründonnerstagabend in den Kirchen Ölbergspiele, die "Angst" genannt werden.

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