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Ostern und seine Gedichte? - Drei schöne Ostergedichte

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Ostern gilt im christlichen Kulturkreis neben Weihnachten als das wichtigste religiöse Ereignis.
Es darf also nicht weiter verwundern, dass auch Dichter aus allen Zeitepochen sich mit dem Thema Ostern befassten und Gedichte zu diesem Ereignis verfassten. Dabei steht in vielen Gedichten nicht nur das religiöse Ergenis und der Osterhase im Mittelpunkt, sondern auch Humor und zum Teil auch Reaktionen auf politische oder gesellschaftliche Ergnisse. Drei schöne Ostergedichte werden nachfolgend als kleines Beispiel vorgestellt.

Drei schöne Ostergedichte

  • Fröhliche Ostern!

Da seht aufs Neue, dieses alte Wunder:
Der Osterhase kakelt wie ein Huhn
und fabriziert dort unter dem Holunder
ein Ei und noch ein Ei und hat zu tun.
Und auch der Mensch reckt frohbewegt die Glieder -
er zählt die Kinderchens: eins, zwei und drei ...
Ja, was errötet denn die Gattin wieder?
Ei, ei, ei
ei, ei
ei!
Der fleißige Kaufherr aber packt die Ware
ins pappne Ei zum besseren Konsum:
Ein seidnes Schupftuch; Nadeln für die Haare,
die Glitzerbrosche und das Riechparfum.
Das junge Volk, so Mädchen wie die Knaben,
sucht die voll Sinn versteckte Leckerei.
Man ruft beglückt, wenn sie´s gefunden haben:
Ei, ei, ei
ei, ei
ei!
Und Hans und Lene steckens in die Jacke,
das liebe Osterei - wen freut das nicht?
Glatt, wohlfeil, etwas süßlich im Geschmacke
und ohne jedes innre Gleichgewicht.
Die deutsche Politik ... Was soll ich sagen?
Bei uns zu Lande ist das einerlei -
und kurz und gut: Verderbt euch nicht den Magen!
Vergnügtes Fest! Vergnügtes Osterei!
Kurt Tucholsky, 1890-1935

 

  • Henne oder Ei?

Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen -
wohl die Henne, wohl das Ei!
Wäre das so schwer zu lösen -
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen -
darum hat´s der Has` gebracht!
Eduard Mörike, 1804


  • Osterhas

Untern Baum im grünen Gras
sitzt ein kleiner Osterhas`!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
Macht ein Männchen, guckt hervor.
Springt dann fort mit einem Satz
Und ein kleiner frecher Spatz
Schaut jetzt nach, was denn dort sei.
Und was ist´s? Ein Osterei!
Volksgut

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