Foto: Shutterstock.com

Skischuhe kaufen - Die wichtigsten Qualitätskriterien

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Drückender Skischuh und kalte, leblose Zehen schon beim ersten Einkehrschwung - kommt Ihnen diese Situation bekannt vor?
Dann haben Sie definitiv den falschen Skistiefel zu Ihrer Fußform. Denn das Fahrvergnügen, ist neben der Fahrsicherheit, einer der wichtigsten Faktoren für einen perfekten Skitag. Durch schlechte Fachberatung beim Skischuhkauf oder zu wenig Vorwissen, kommt es häufig zu Fehlkäufen. Obwohl der Skischuh das wichtigste Utensil der gesamten Skiausrüstung darstellt, da er Schwungauflösung und Schwungsteuerung direkt beeinflusst und beim Kauf daher etwas mehr Zeit und Geld investiert werden sollte. Welche Qualitätskriterien man beim endgültigen Kauf tatsächlich beachten sollte, um einen Fehlkauf so gut wie auszuschließen, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber. Da der richtige Skistiefel Sie einer idealen Skiführung einen großen Schritt näher bringen kann.

Der falsche Skischuh - Problemlösungen:

  • Wenn man bereits den falschen Skischuh gekauft hat und das Budget fehlt, um gleich in einen Neuen zu investieren, gibt es einige passende Lösungsansätze für das Problem: Sie können einen drückenden Skischuh durch den Kauf eines geschäumten Innenschuhs oder einer maßgefertigten Einlegesohle noch zu einem gut passenden Produkt transformieren.
  • Auch die Außenschale Ihres Skischuhs lässt sich im Nachhinein noch verändern und kann in Fachgeschäften durch Fräsen oder mit Hitze verformt werden. Hier kann der Experte mit Hilfe eines Kunststoffleisten, an jenen Stellen Platz verschaffen, die leidig drücken. Diese Nachbehandlung kostet meist zwischen 30 bis 40 Euro.
  • Wenn Sie jedoch Ihren Skischuh direkt im Skigebiet erwerben, ist dieses Service immer im Kaufpreis inbegriffen und Sie können so vor Ort mehrmals Veränderungen vornehmen, so lange bis Ihr Schuh die perfekte Passform erreicht hat!
  • Des weiteren kann es sein, dass Sie die falschen Socken tragen, steigen Sie also auf dünnere bzw. dickere und vor allem qualitativ hochwertige Skisocken um (diese sollten nur im Fachhandel gekauft werden) und tragen Sie niemals zwei Paar Socken übereinander.
  • Auch Einlegesohlen können die Passform verbessern, doch können jene nicht einfach aus anderen Schuhen (Trainingsschuhen) übernommen werden, da sie sonst einen negativen Effekt auf Ihre Fußstellung haben würden.
  • Skischuhe mit vielen, komplizierten Einstellungsmöglichkeiten (z.B: Ski-Walk-Umstellung) sind nicht immer die bessere Lösung.

Tipps, um den Fehlkauf schon im Voraus zu vermeiden:

"Der perfekte Skischuh sollte nie drücken, er sollte sogar so angenehm sein, dass man in der Hütte freiwillig alle Schnallen geschlossen lässt!"

  • Vermeiden Sie es Skischuhe privat zu erwerben oder sich im Internet durch Schnäppchenpreise fangen zu lassen. Skischuhe sollten nur im Fachhandel gekauft werden und man sollte genug Zeit einplanen, um sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen. Es wird empfohlen einen Skischuh bei der Anprobe mindestens eine halbe Stunde anzulassen, da sich erst ab dieser Zeitspanne mögliche Druckstellen etc. aufzeigen!
  • Jeder Mensch hat eine individuelle Fußform: Bei Besonderheiten an Ihren Füßen (z.B.: einem Hallux, einem Plattfuß oder einem schmalen oder breiten Fußknochen), sollte man den Fachexperten bereits im Vorhinein informieren. Die gängige Vorfußbreite divergiert zwischen 98 und 105 Millimetern.
  • Viele Menschen neigen dazu sich einen zu großen Skischuh zu kaufen, in der Annahme, dass der Fuß auf der Piste noch anschwellen würde oder man dadurch Druckstellen vermeiden könnte. Doch bewirkt ein zu großer Skischuh vor allem eine Misssteuerung der Ski und erschwert das Bremsverhalten.
  • Bereits zu Beginn des Artikels wurde auf das gängige Problem der kalten Zehen von Skifahrern hingewiesen: Das ensteht meist durch das zu feste Schließen der Skischuhschnallen, was die Nervenbahnen abzwickt und die Durchblutung stoppt und die Zehen erkalten lässt.
  • Wenn man zum Beispiel das Problem hat, zwei unterschiedlich lange Füße zu haben, kann man sich Skischuhe (mit Thermoinnenschuhen) maßanfertigen lassen - der Preis liegt für solche Modelle meist bei 500 Euro aufwärts, rentiert sich jedoch in der perfekten Passform und der langen Nutzungsdauer als individuelles Modell sehr schnell.
  • Jedoch sollten auch alle qualitativ hochwertigen Massenprodukte heutzutage mit Thermoinnenschuhen ausgestattet sein. Diese Thermoinnenschuhe werden erhitzt und dem Fuß individuell in ihrer Passform angeglichen.
  • Auch diese Innenschuhe (Schäumschuhe) können maßangefertigt werden. Man stellt den Fuß in eine leere Innenschuhhülle, die mit Schaum befüllt wird und die danach hart wird. Der Schuh passt sich durch diese Methode allen Fußformen an.
  • Für das kleinere Budget gibt es die Möglichkeit (ab ca. 60 Euro) eine individuelle Einlegesohle zu erwerben. Diese Sohlen unterstützen die Fußform und bieten dadurch besseren, längeren und vor allem, entspannten Halt in den Skischuhen.

 

Qualitätskriterien für einen guten Fachverkäufer:

  • Der Verkäufer sollte Ihre Füße unbedingt genau vermessen und Ihre individuelle Fußform untersuchen. Ebenfalls sollte er nach Ihrem Fahrvermögen und ihrem Fahrstil und bevorzugten Fahrorten (ob im Offpistbereich - Carving etc.) fragen.
  • In einigen Fachgeschäften gibt es auch die Möglichkeit den Fußabdruck scannen und sich passende Modelle zur individuellen Fußform empfehlen zu lassen.
  • Erfüllt Ihr Verkäufer jene Kriterien nicht, oder drängt Sie zu einer schnellen Kaufentscheidung, ist es auf jeden Fall empfohlen ein anderes Fachgeschäft aufzusuchen und das Geld dort zu investieren!

Kommentare