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Was versteht man unter Tiefenrausch?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Der Tiefenrausch kann Pressluft-Taucher ereilen, wenn sie in größeren Tiefen unterwegs sind.

Der Tiefenrausch (oder auch Stickstoff-Vergiftung) ereilt Pressluft-Taucher, wenn sie in größeren Tiefen (ab ca. 25 Metern) unterwegs sind. Dieser rauschähnliche Zustand kommt dadurch zustande, dass der Körper einem zu hohen Partialdruck von Stickstoff ausgesetzt ist. Normalerweise atmet ein Mensch mit der normalen Atemluft um die 80 % Stickstoff und um die 20 % Sauerstoff ein. Doch beim Tauchen wird der Druck mit zunehmender Tiefe höher, somit auch der Partialdruck des Stickstoffs. Der Stickstoff kann nun ins Gewebe eindringen und im Gehirn die Funktionsweise der Synapsen beeinträchtigen und die Nervenimpulse teilweise blockieren.

  • Der Tiefenrausch kann sich dann bemerkbar machen durch Orientierungslosigkeit oder verlangsamte Reaktionen. 
  • Betroffene beschreiben den Zustand ähnlich dem eines Alkoholrausches und berichten über Euphorie und/oder erheblichen Stimmungswandel. 
  • Trotzdem ist dieser Zustand nicht ganz leicht zu erkennen. Anzeichen wie nicht abgesprochene Tätigkeiten oder merkwürdige bzw. untypische Reaktionen können darauf hinweisen.

Was tun bei ersten Anzeichen?

  1. Es sollte unmittelbar mit dem Aufstieg begonnen werden. 
  2. Durch das Auftauchen wird der Abbau des Stickstoffs gefördert und manchmal kann der Rauschzustand bereits beim Aufsteigen um wenige Meter wieder verschwinden. 
  3. Sollte sich der Betroffene gegen das Auftauchen wehren, muss er notfalls durch körperliche Gewalt dazu genötigt werden, jedoch sollte sich dabei der Retter niemals selbst gefährden.


Was tun danach?

  1. Der Tiefenrausch hinterlässt keine Spätfolgen und wird in der Regel vollständig verschwinden, nachdem wieder genug Höhe erreicht worden ist. 
  2. Um einem nächsten Tiefenrausch vorzubeugen, sollte vor dem Tauchgang auf Alkohol, Schlafmittel und Psychopharmaka verzichtet werden, da diese Substanzen im Verdacht stehen, einen Tiefenrausch zu begünstigen. 
  3. Generell ist es ratsam, niemals alleine tauchen zu gehen.

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