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Wie ist der Limbo-Tanz entstanden?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Der offizielle Weltrekord im Limbo-Tanzen steht bei unglaublichen 16,5 Zentimetern.

Heute ist der Limbo-Tanz, bei dem man sich mit an den Knien zurückgebeugten Oberkörper unter einer waagerechten Stange herbewegen muss, beliebter Partyspaß und gehört an exotischen Urlaubsorten zum Standardprogramm alltäglicher Touristenunterhaltung. Ursprünglich war er jedoch mit Tod und Trauerbewältigung verbunden.

Wer sich sprachlich auf die Suche nach der Herkunft des Limbos macht, sollte sich nicht mit dem jamaikanisch-englischen "limber" (= biegsam, geschmeidig) begnügen, sondern sich auf die Formulierung "to be in limber" (= unsicher/in der Schwebe sein) konzentrieren. Denn diese lässt sich ableiten vom lateinischen Wort "Limbus", mit dem katholisch Gläubige die Vorhölle bezeichneten.

  • Den offiziellen Weltrekord im Limbo-Tanzen hält seit 1987 die Tänzerin Marlene Simons. Anlässlich der von ihr durchtanzten Lattenhöhe von unglaublichen 16,5 Zentimetern dürfte so mancher ambitionierte Hobbytänzer vor Neid erblassen.

  1. Westindischem Glauben zufolge, befanden sich die Seelen von Verstorbenen zunächst in einem schwebenden Zustand der Vagheit. Um sie zu befreien, tanzten die Inselbewohner traditionsgemäß eine Woche nach dem Begräbnis genau jenen Limbotanz, der heute zur allgemeinen Volksbelustigung trivialisiert und in dieser Form bereits von Roberto Blanco, Tony Marshall (beide "Limbo auf Jamaika") und David Hasselhoff "Do the Limbo Dance") musikalisch verarbeitet wurde.
  2. Die akrobatische Herausforderung, unter der immer tiefer liegenden Querstange hindurch zu tanzen, ohne diese mit sich zu reißen oder den Boden mit einem anderen Körperteil als den Füßen zu berühren, wurde in den sechziger Jahren mit Erfindung des „Feuerlimbo“ um einen Gefahrenfaktor ergänzt. Dass diese Variante mit brennender Querstange nur von professionellen Tänzern praktiziert wird, versteht sich von selbst.
  3. Kreative Tanz- und Sportbegeisterte haben mittlerweile aber auch noch andere Spielarten des Limbotanzes entwickelt. So geht es etwa beim Limbo-Skating darum, auf Rollerskates unter einem niedrigen Hindernis hindurch zu fahren. Hierbei schneidet derjenige am besten ab, der während der Durchfahrt mit vorgebeugtem Oberkörper die Beine am weitesten grätschen kann. Dass es sich bei dem zu unterfahrenden Hindernis auch um ein Auto handeln kann, beweist besonders eindrucksvoll ein neunjährige Junge aus Indien.

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