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Woher kommt der Dreidel? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:05
Bei einem Dreidel handelt es sich um ein aus dem Judentum stammendes...

Ein sogenannter Dreidel ist ein aus dem Judentum stammendes Spielzeug. In seiner Grundform ähnelt dieses Spielzeug einem Kreisel. Dieser besitzt beim Dreidel vier verschiedene Seiten, auf welchen der Kreisel nach dem Drehen zu Liegen kommen kann. Auf jeder Seite des Dreidels ist ein hebräischer Buchstabe aufgedruckt. Jeder der vier Buchstaben steht für einen ganz bestimmten "Gewinn" bei diesen Kreiselspiel. Früher wurde häufig vermutet, dass es sich bei dem Dreidel um eine Art Gebetskreisel handelt, was aber nicht der Fall ist. Traditionsgemäß wird der Dreidel meistens während des achttägigen jüdischen Lichterfestes "Chanukka" gedreht.

Mit der Dreidel spielen: Die Anleitung

  • Zur Entstehung des Dreidel hält sich die Legende, dass gläubig gebliebene Juden ihre Kinder dazu anhielten, ihre religiösen Traditionen fortzuführen, was während der Herrschaft in Israel durch die Seleuiden im zweiten Jahrhundert v. Chr. streng verboten war. 
  • Der Dreidel war ein sehr traditionsreiches Spielzeug, welches auf seine eigene Weise zur Erhaltung des Judentums beitrug.
  • Eine weitere Entstehungsgeschichte dieses Spielzeugs besagt, dass im Dreidel ein deutsches Kinderspiel weiterlebt, welches aus dem 16. Jahrhundert stammt. In dieser Variante nannte man den Kreisel damals "Toton". 
  • In dieser Ausführungen war der Kreisel mit lateinischen Buchstaben statt hebräischen bedruckt. Belegt wird diese Theorie durch ein Gemälde aus der damaligen Zeit, in welchem ein Mädchen einen solchen Kreisel in die Höhe hält.
  • Auch heute noch spielen jüdische Kinder während des achttägigen Lichterfestes traditionsgemäß mit einem solchen Kreisel. 
  • Allerdings geht es heute dabei meistens um Süßigkeiten, um welche gespielt wird. Je nachdem, welche Seite des Kreisels nach dem Drehen zum Liegen kommt, müssen entweder Süßigkeiten abgegeben werden oder man gewinnt welche. 
  • Dies hängt davon ab, welcher hebräische Buchstabe zum Liegen kommt.
  • Der Kreisel oder auch Dreidel wird dabei von jedem Spieler der Reihe nach gedreht. Abhängig davon, welcher Buchstabe nach den Stillstand des Kreisels oben liegt, muss dann der entsprechende Spieler entweder Teile abgeben, möglicherweise gewinnt er auch Teile oder eines ändert sich nichts.
  • Der Buchstabe "Nun" bedeutet beispielsweise, dass der Spieler wieder etwas dazu gewinnt noch etwas abgeben muss. Man gewinnt also praktisch nichts, verliert aber auch nichts.
  • Ein weiterer Buchstabe auf dem Kreisel lautet "Gimel". Dieser besagt, dass man den gesamten Inhalt im "Pott" gewinnt. Danach muss jeder Spieler wieder ein oder zwei Stücke in diesen hineinlegen.
  • Der dritte Buchstabe lautet "He" und heißt soviel wie halb. Im Spiel bedeutet dies, dass der Spieler, welcher diesen Buchstaben erdreht hat, die Hälfte des Inhaltes im "Pott" gewinnt.
  • Der letzte Buchstabe schließlich lautet "Schin" und besagt, dass der entsprechende Spieler zwei Teile in den Pott hineinlegen muss. Kann er dies nicht, da er keine zwei Teile mehr besitzt, so scheidet der entsprechende Spieler aus dem Spiel aus.

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