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Zoom-Poker: Der Strategie-Guide für NL Hold‘em

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
PokerStars kann nun noch individueller gespielt werden, nämlich mit Zoom Poker.
Dabei ist das Spiel sehr schnell und macht so noch mehr Spaß. Der Spieler kann an bis zu 200 Tischen spielen; bis zu 2000 Spielern treten gegen ihn an.

Von den regulären Ring Games unterscheidet sich das Zoom Poker zunächst nicht, doch wenn man wenn die erste Hand gelegt hat, wird man sofort an einen anderen Tisch gesetzt. So muss der Spieler nicht mehr warten, bis alle anderen am Zug waren, sondern kann direkt weiterspielen.

Sobald man eine schlechte Hand hat, ist es möglich den Fast Fold zu betätigten, dann wird man sofort an einen neuen Tisch gesetzt. 

Veränderungen im Spiel: 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Poker ist es beim Zoom Poker sehr schwer, den Gegner zu durchleuchten. Denn sobald man eine neue Hand hat, kommen oft neue und völlig unbekannte Gegner. Hat man keine History über sie getrackt, so sind diese quasi ein unbeschriebenes Blatt.

 

Beim Drücken der Fast-Fold-Taste in Verbindung mit STRG kann man alle Hände bis zum Ende am Tisch verfolgen. Der Vorteil beim Zoom Poker ist, dass es keine Wartezeiten gibt und man ist immer beschäftigt. Blinds werden immer noch gezahlt, man sollte also den Fast-Fold-Button nicht voreilig nutzen oder auf Asse warten. 

Strategie Guide: 

Wenn man Zoom Poker das erste Mal spielt, sollte man zunächst mit nur einem Tisch beginnen, bis man sich sicher genug fühlt andere Tische hinzu zu schalten. Keine Sorge, auch beim Single-Tabling entstehen bei Zoom Poker kaum Wartezeiten.

 

Bevor man eine Hand am neuen Tisch spielt, sollte man sich über die Zahl der Spieler und die Stacks-Sizes informieren. Dies wird in die Überlegungen natürlich stets miteinbezogen. Zum Beispiel reduziert sich der Value von kleinen Pocket Paris und Suited Connectors, wenn nur wenige Spieler, noch dazu mit geringen Stack-Sizes, am Tisch sind.

 

Wenn ein Spieler im Small einen Raise aus der mittleren Position beantwortet, hat er eine stärkere Hand als üblicherweise. Sonst hätte er den Fast-Fold-Knopf gedrückt.

 

Es gelingt kaum die guten von den schlechten Spielern so schnell zu unterscheiden, so muss man im Prinzip den Average des gesamten Spieler-Pools bezwingen. Dennoch kann man mit Tracking-Tools, wie zum Beispiel Poker Tracker 4 die Historys anzeigen lassen und die wichtigsten Stats im HUD ausweisen lassen.

 

Man sollte mindesten mit 45 Buy-ins spielen. Idealerweise mit etwa 70. Durch die vielen Hände und die Eigenheiten der Poker-Variante Zoom Poker ist die Varianz enorm hoch, wogegen man sich absichern sollte.

 

Doch welcher Spielstil ist der erfolgreichste? Dies lässt sich nur schwer beantworten, denn man muss sich immer den Gegner anpassen. Wenn dieser zum Beispiel loose-aggressiv (also viele Hände mit aggressiver Vorgehensweise) spielt, dann sollte man sich dieser Spielart anpassen und die eigene Range etwas zurechtstutzen.

 

Beim Zoom Poker ist folgender Leitsatz noch wichtiger als ohnehin schon: Position is everything. Das kann man gar nicht oft genug bedenken! Während du in frühen Positionen relativ tight agieren solltest, macht es Sinn von Button und CO viele Hände zu spielen. Nicht nur um die Blinds ohne Gegenwehr mitnehmen zu können (Steal), sondern auch um nach dem Flop den entscheidenden Positionsvorteil zu haben.

 

First-in (also ohne Pre-Flop-Action zuvor) solltest du in Shorthanded-Spielen (7 Spieler oder weniger) niemals nur limpen. Am besten ist ein Raise auf 3-4 Big Blinds. Zu vermeiden sind Cold Calls Out of Position.

 

Je nach Limit empfiehlt es sich, in Position öfters mal zu 3betten (also vor dem Flop eine Erhöhung erneut zu überbieten). Verwende hier eine polarisierte Range – also beispielsweise hohe Premium Hände sowie niedrige Suited Connectors, um unberechenbar zu bleiben. Hier ist natürlich der Fold-to-3bet-Wert deiner Gegner interessant.

 

Zudem lässt sich sagen, dass man alle Informationen, welche einem zu Verfügung stehen, auch wirklich nutzen sollte. Dann macht das Zoom Poker auch richtig Spaß. Jedoch sollte man sich Zoom nicht zu Kopf steigen lassen, denn zu viel Action macht schnell „fantasiereich“. Wenn man z. B. zu viele Tische aufruft, verliert man schnell den Überblick.

 

Ein weiterer Tipp ist, dass man die Blinds nicht zu oft folded. Denn somit verliert man immer mehr an Geld und man ist sehr anfällig für Steals. Dennoch sollten die Blinds nicht zu oft verteidigt werden. Das Ziel sollte sein, eine Ausgewogenheit zwischen den Blind-Defenses zu erreichen.

 

Es ist oft hilfreich sich Notizen über die Kontrahenten zu machen. Da jedoch das Spiel so schnell ist, sollte dies möglichst nach der Session geschehen. Oft hilft es zurück in die letzte Hand zu gehen und sich diese noch einmal anzuschauen. Denn wenn ein großer Pot gespielt wurde und man gefoldet hat, dann drückt man STRG oder sieht sich die Hand im Replayer noch einmal an. So kann man wertvolle Informationen für das weitere Spiel erhalten. 

 

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