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Letztes Update am 11.02.2015, 12:16
Warum viele Männer ihre Gesichtsbehaarung stehen lassen und wie sie auf andere wirkt.

Barttragen ist sexy – laut einer Studie der Universität Hamburg ist jeder dritte Mann davon überzeugt, dass die männliche Gesichtsbehaarung als Zeichen der Potenz gilt. Aber auch andere Botschaften werden durch Schnauz-, Voll- oder Dreitagebart vermittelt.

 

Ein Bart sagt mehr als 1000 Worte – angesichts der jüngsten Ergebnisse der Hamburger Untersuchung könnte man das wohl so formulieren. Denn wer Bart trägt, ist nicht etwa zu faul um sich zu rasieren, dahinter stecken ganz andere Motive: Der Dreitagesbart, den die Männer laut Umfrage als attraktivste Bartform ansehen, wird von den Befragten als Statement für gefühlte Unkonventionalität angesehen. Vor allem ältere Bartträger sind zudem davon überzeugt, dass bärtiges Auftreten als Zeichen für besondere Potenz eingestuft wird. Jeder Vierte zwischen 16 und 19 Jahren ist außerdem der Meinung, dass auch die soziale Herkunft des Bartträgers anhand dessen Bartform erkannt werden kann.

 

Haariges Alleinstellungsmerkmal

Barthaar pusht damit aber nicht nur das Selbstvertrauen der Träger, sondern wirkt in gewissen Situationen auch auf Frauen anziehend. Erst vor kurzem wurde die Studie eines australischen Forscherteams im britischen Fachmagazin „Biology Letters“ veröffentlicht, nach der ein Bartträger in einer Gruppe von glattrasierten Männern die besten Chancen bei einer Frau hat. Grund dafür ist das prägnante Alleinstellungsmerkmal, das den bärtigen Mann besonders attraktiv erscheinen lässt. „In einigen Fällen kann Seltenheit beim Körperschmuck von Vorteil sein“, folgert der Forscher Barnaby Dixson daher.  

No-Go Zausebart

Laut „Bart, aber herzlich“, einem Ratgebertaschenbuch für Bartträger, sprießen immerhin zwischen 25.000 und 30.000 Barthaare im Gesicht eines Mannes. Um die entsprechende Wirkung auf das weibliche Publikum aufrecht zu erhalten, ist es daher genauso wichtig, der männlichen Gesichtsbehaarung stets die entsprechende Pflege zukommen zu lassen – denn kratzige und borstige Bärte heben auch den Effekt des einzigartigen Alleinstellungsmerkmales schnell wieder auf. „Der Mann verbringt im Schnitt 26 Minuten am Tag mit Pflege – so viel wie eine berufstätige Frau“, zitiert Ragnar Willer, Soziologe, eine Studie von JWT Intelligence und macht deutlich, dass sich Bartträger dieser Tatsache offenbar bewusst sind.

Mit seinem Aussehen und einem Bart aus der Reihe zu tanzen, das zahlt sich laut der australischen Studie also auf jeden Fall aus. Gesichtsbehaarung pusht das Ego und die Selbstwahrnehmung von Männern, die notwendige Pflege ist dabei aber ein unentbehrliches Asset, das nicht vernachlässigt werden darf.