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Wie drückt man sich vor einem Pärchenabend?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Die unauffällige Vorbereitung Ihrer (Aus-) Flucht ist die Strategie der Stunde. Hier ein paar Tipps!

Pärchenabende sind nicht jeder Mann's Sache. So beliebt das klassische Double-Dating für die sozial versierte Frau ist, so schreckensreich wirkt die Aussicht auf diese Art von Treffen auf die meisten Männer. Warum das so ist, kann nur vermutet werden. Der Hauptgrund ist wohl die "Angst vor der Mühsal". So ist MANN schon völlig ausgelastet mit seiner Rolle als schweigender Bei-Sitzer, wenn FRAU sich mit ihren Freundinnen austauscht - zu Themen, die nach männlichem Dafürhalten der Worte nicht wert sind. Aber Gewohnheit, geplante Passivität und ein Glas Bier machen die weibliche Plauderstunde erträglich.
Ganz anders jedoch der "Abend zu viert". Da werden eigene, aktive Beiträge fällig. Das setzt Zuhören voraus und den Ehrgeiz, sich (und sei's nur seiner Partnerin zuliebe) von halbwegs niveauvoller und gewandter Seite zu zeigen. Nix mit Abdriften ins kommunikative Nirwana, dem klassischen Sehnsuchtsort jedes vernünftigen Mannes.

Was ist also zu tun, um diesem plagensreichen Event zu entgehen? Die unauffällige Vorbereitung Ihrer (Aus-) Flucht ist die Strategie der Stunde. Um spätere Rückschlüsse unmöglich zu machen, sind nachstehende Schritte empfehlenswert:

  1. Bei Bekanntwerden des Pärchentermines ist grundsätzliches sowie maßvolles Interesse zu inszenieren: Jegliche aus Lustlosigkeit resultierende Gesichtsentgleisung - eskortiert von entnervtem Aufstöhnen - ist kontrolliert zu vermeiden. Allerdings machen Sie sich auch durch übertrieben freudvolle Reaktionen verdächtig. Die richtige Dosis Begeisterung stellt sicher, dass Ihre Partnerin nie auf die Idee kommt, dass Sie Ihren ganz eigenen Plan schmieden.
  2. Bereiten Sie eine Krankheit vor: jetzt ist das stufenweises Einfinden in einen gesundheitlichen Defekt die richtige Taktik. Der „akute Darmvirus“ ist nur bei hoher Terminnähe anwendbar. Befindet sich das verhasste Ereignis jedoch in einer zeitlichen Entfernung von 5 Tagen und mehr, ist die chronische Erkrankung die weitaus bessere Wahl. Rechtzeitiges und hartnäckig wiederkehrendes Thematisieren von beispielsweise quälenden Oberbauch-Schmerzen, begleitet von entsprechend gekrümmter Körperhaltung und leidendem Gesichtsausdruck sichern Ihnen im Vorfeld weibliche Besorgnis - und am „Tag X“ vorbehaltsloses Verständnis für Ihren Ausfall. Niemand mutet Ihnen ernsthaft zu, in embryonaler Stellung mit dem Triumvirat zu speisen!
  3. Die Nachbereitung: lassen Sie Ihre Krankhaft glaubhaft ausklingen. Mit sinnvoll platzierten kleinen Rückfällen. Auch, wenn Sie dafür auf ein segensreiches Saufgelage mit Ihren Kumpels verzichten müssen. Oder Ihre Fußballkarten verfallen. Das ist der Preis, den Sie ohne Zögern zu zahlen bereit sein müssen. 
  4. Das war’s schon. Dieses in sich schlüssige Konzept sichert Ihnen garantiert einmal, maximal zweimal ein formvollendetes Ausweichmanöver aus einem gesellschaftlichen Pflichtprogramm. Natürlich erkennen Sie, dass diese Methode, je häufiger sie strapaziert würde, zunehmend an Authentizität verlöre.

 

Insofern gibt es langfristig nur zwei Möglichkeiten:

  • Ehrlichkeit – frei nach dem Motto „ich VERABSCHEUE Abende mit Doris und Alf“. Was grundsätzlich ehrenhaft ist, weil aufrichtig, wird allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit einen tagelang andauernden häuslichen Disput nach sich ziehen und sich schließlich zum Grundsatzkonflikt ausweiten.
  • Die totale Kapitulation. Das wäre dann das „Sich Ergeben“ in ein soziales Ereignis, das dann und wann einfach fällig wird. Sehen Sie sich nicht als praktizierender Masochist und erwarten Sie keinen Friedensnobelpreis. Tun Sie’s einfach. Ihrer Beziehung zuliebe. Oder wollen Sie lebenslänglich ein Bein nachziehen?

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