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Wie übersteht Mann einen Liebesfilm?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Grundsätzlich ist der Ausflug zur ortsansässigen Cineplex-Anlage entlastend für den Mann...

Die nächste Schnulze kommt bestimmt - idealerweise im Kino.
Grundsätzlich ist der Ausflug zur ortsansässigen Cineplex-Anlage entlastend für den Mann, weil ihm sicher keinerlei aktive Beiträge zu einer gelingenden Abendgestaltung abverlangt werden. So reduziert sich die Anforderung an den Herren der Schöpfung darauf, im übergroßen, weinroten Plüschsessel zu versinken, die Beine übereinander zu schlagen, selbstgefällig den Arm um seine Liebste zu legen und mit der noch verbleibenden freien Hand in stupider Taktung ins Popcorn-Großgebinde zu greifen. An sich alles ganz leicht.
Wenn da nicht dieser LIEBESFILM wäre! Dabei hätte es so viele vernünftige Alternativen gegeben mit all den wundervollen Protagonisten, die tun, was ein Mann tun muss. Jean-Claude van Damme beispielsweise. Oder Bruce Willis. Oder der ewige Vietnam-Veteran Sly Stalone in der komfortablerweise inhaltsidentischen 100sten Fortsetzung des Ursprungswerkes aus den 80ern. Einfach zurücklehnen, das Hirn auf Autopilot stellen und warten, bis das Blut fließt. Was will Mann mehr?

Eine Checkliste für den Mann

  • Statt dessen das Gefühlsdrama "Das Haus am See", wo die Liebenden zu allem Überfluss auch noch in zwei Zeitzonen unterwegs sind und einander 90 Minuten lang konsequent verpassen.
  • Dass sie sich schlussendlich kriegen, weil einer der beiden Hauptakteure so nett ist, aus seiner eigenen Zeitrechnung in die des anderen überzulaufen, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus. Eine derart unrealistische Darbietung ist eine Zumutung für den naturwissenschaftlich belegten Mann, der die Logik braucht wie die Luft zum Atmen. Und nur die freie Sicht auf Sandra Bullock konnte das Allerschlimmste gerade noch verhindern!
  • Während Frau sich beim Verlassen des Foyers gerührt die Augen trocknet, bereitet sich Mann - komplett enerviert vom emotionalen Over-Kill - auf eine handfeste Diskussion vor. Spätestens auf der Heimfahrt fordert er dann die lückenlose Aufklärung: was hat sich seine Herzdame nur gedacht hat, ihm DAS anzutun!
  • Und da ist es passiert: aus dem durch und durch romantisch intendierten Abend wird eine knallharte Meinungsverschiedenheit - und das bringt eine Frau erst so richtig zum Weinen.


Und da frage ich Sie, meine Herren: Muss das sein?

  1. Können Männer nicht einfach mal mitschwingen mit Film und Freundin und sich vorurteilsfrei auf eine interessant konstruierte Geschichte einlassen, auch, wenn Liebe im Spiel ist? Wenn Sie es zulassen, wird Ihnen garantiert jede Menge Spannung und Abenteuer geboten, und zwar OHNE, dass Rambo seinen Bizeps flickt.
  2. Verstehen Sie doch: Liebesfilme adressieren nicht ausschließlich Frauen und Kastraten. Ganz im Gegenteil. Aus so manchem gut inszenierten Beziehungsdrama kann Mann jede Menge lernen. 
  3. Betrachten Sie den nächsten typischen Frauenfilm als eine Art Workshop für Ihre eigene Partnerschaft. Lernen Sie von Keanu und Konsorten, was Frauen WIRKLICH wollen, und nehmen Sie die gewonnenen Erkenntnisse mit in den Alltag. 
  4. FÜHLEN Sie den Handlungsablauf und validieren sie ihn nicht auf seine Logik. Liebe IST nicht logisch. Erst recht nicht im Film!
  5. Und dass gute Unterhaltung nicht ausschließlich aus der knallharten Realität schöpft, dass sollten Sie eigentlich am allerbesten wissen. 
  6. Oder durchleiden Sie etwa Höllen-Qualen, wenn Sie, Kirk und die "Enterprise" in die Zukunft fliegen?

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