Foto: Phil Jelenska

Kaiser Franz Josef - Rock Made in Austria

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Kaiser Franz Josef - Rock Made in Austria. Fette Basslines und dreckige Gitarrensounds.

KFJ im Interview

Hi Everybody. Vielen Dank dass Ihr uns wieder Rede und Antwort steht! Einige Wochen sind vergangen seit eurem ersten Auftritt bei der Großen Chance. Was habt Ihr in der Zwischenzeit getrieben? Irgendwelche Veränderungen in Euer aller Leben?

Sham: Wir wurden auf der Straße erkannt! Plötzlich kommen wirklich komplett fremde Menschen auf unsere Konzerte die alles über uns wissen und ewig verschollene Menschen rufen einen plötzlich an.

 

Unsere Leser haben uns immer wieder gefragt was Ihr eigentlich so treibt und ob ihr denn schon "Profimusiker" seid? Profis ja, aber könnt Ihr schon von eurer Kunst leben oder müsst Ihr noch normalen Tätigkeiten nachgehen? 

Tom: Wir stecken so viel Energie wie möglich in unsere Musik und machen es so professionell wie es uns möglich ist aber die Professionalität bezieht sich da nur auf den Aufwand. Viel Verdient haben wir bisher damit nicht.

Sham: Sogar als wir AC/DC supportet haben, wo viele meinen, dass da viel Geld im Spiel war hat es selbst zu der Zeit bei weitem nicht zum Leben gereicht. Ich habe schon sehr früh angefangen nebenbei arbeiten zu gehen um mir Equipment zu kaufen. Und selbst jetzt arbeite ich noch nebenbei im Bio Laden. Auch Tom und Can müssen sich nebenbei ihre Brötchen verdienen.

 

Mit fast jedem Aspekt des Musikmachens muss man umgehen können, bzw. lernt man gezwungenermaßen zurecht zu kommen. Worauf man wahrscheinlich nicht wirklich vorbereitet ist, ist der Ruhm und die Resonanz der Fans. Wie geht es Euch dabei?

Sham: (lacht) Ja da komm ich sehr gut damit zurecht. Es ist toll, wenn die Leute einen auf der Straße erkennen. Man muss sich halt öfter die Haare waschen.

Tom: Mich erkennt eh keiner. (lacht)

 

Die verrücktesten oder seltsamen Erfahrungen, die Ihr mit Euren Fans gemacht habt? Gibt's schon unmoralische Angebote an das ein oder andere Bandmitglied?

Sham: Was ich so mitbekommen habe sind die österreichischen Frauen sehr anständig aber oft kann man da sehr viel zwischen den Zeilen lesen was sehr schmeichelhaft ist.

Can: Erst letztens sind wir mit Sham in die Stadt gefahren. Dann hat er in irgendeiner Seitenstraße geparkt und plötzlich kommen 2 Mädls aus einem Shop raus und schreien „IHR SEID SO TOLL! ICH FIND’ EUCH SO COOL!“ Da haben wir uns natürlich gefreut und als wir dann zum Auto zurückgekommen sind war da die Telefonnummer von denen unter den Scheibenwischer geklemmt.

Sham: Ja und ich hab schon gedacht es ist schon wieder ein Strafzettel. (lacht)

 

Wir hatten in der Zwischenzeit das große Vergnügen und haben Euch in den letzten 14 Tagen gleich 2 Mal live gesehen. Was aufällt ist die pure Freude am Performen. Wie pusht Ihr euch vor euren Auftritten und habt Ihr wirklich so viel Spaß bei den Konzerten, oder Alles nur ein verdammt guter Act?

KFJ: (lachen)

Sham: Das ist schon echter Spaß! Weißt Du wie toll sich das anfühlt, wenn deine Band den Veranstaltungsort füllt und jeder die Songs kennt. Und es war immer schon das Beste in unserem Leben, selbst als es noch um nichts ging. Jetzt ist es nur noch besser.

Can: Musik machen ist eine harte Sache da sollte man lieber Spaß dabei haben.

 

Songtechnisch deckt Ihr ja eine ziemlich breite Palette ab. Von dreckigen Basslines bis hin zu Singer Songwirter Material. Darf man fragen worauf wir uns bei den nächsten Shows freun dürfen? Werdet Ihr es auch ruhiger angehn oder bleibt's druckvoll und laut?

Sham: Viel können wir da leider nicht verraten. Nur so viel: Es wird sicher nicht leiser. 

 

Sham - was inspiriert dich wenn Du neue Songtexte schreibst? Sind es autobiographische Erlebnisse oder Kreationen deiner Phantasie?

Sham: Das kommt schwer darauf an. Viele Songs beschreiben Teile meines Lebens wie zum Beispiel „All I Want“ oder „Found My Way“. Andere sind eher Dinge die jeder so erlebt wie zum Beispiel „Why Does It Take So Long“ und wieder andere sollen Missstände aufzeigen wie z.B: „Right in your Face“.

Manche meinen ja ich bin ein absolutes Schwein. Wie kann ich nur „I hate feminists“ singen aber die wissen nicht, dass es darum geht, dass ich mit dem Song nur aufzeigen will wie manche Männer über Frauen denken. Ich für meinen Teil liebe alle Frauen und finde ohne sie wären wir arme Kreaturen.

 

Zurück zu den Live-Shows der Großen Chance bzw. euren Gigs. Habt ihr eigentlich Rituale vor Auftritten? Man hört ja immer wieder von kuriosen Angewohnheiten einiger Musiker.

Sham: Tom hat vorm letzten Konzert eine Stunde davor ein kleines Nickerchen eingelegt. (lacht)

Can: Rituale habe ich keine bemerkt aber Sham geht davor auffällig oft auf die Toilette.

KFJ: (lachen)

 

Was würdet Ihr davon halten wenn man euch Bühnenoutfits zurecht legt die so gar nicht eurem Geschmack entsprechen? "Mittel zum Zweck" oder "wir bleiben uns treu, no matter what?"

Tom: Wenn uns wer ein Bühnenoutfit zurecht legt ist das ja ganz nett aber, wenn wir das nicht anziehen wollen, dann werden wir es auch nicht anziehen.

 

Wie darf man sich eigentlich eine Probe bei Euch vorstellen? Spielt Ihr nur noch neues Material oder geht Ihr ganze Sets durch?

Sham: In letzter Zeit sind wir ein bisschen schleißig unterwegs. Aber kommt ganz darauf an. Wir spielen schon immer wieder mal ganze Sets durch. Es macht uns Spaß unsere Songs zu spielen. Neues Material können wir in der Band erst spielen, wenn ich es in eine gewisse Form gebracht habe sonst schießt das über alle Ufer.

 

Wenn Ihr gerade nicht zusammen Musik macht, wie viel Kontakt habt Ihr miteinander? Best Friends oder tut's auch mal gut wenn man Zeit für sich hat?

Sham: Wir sind durchs miteinander Musik machen sehr, sehr oft zusammen und das ist auch schön aber, wenn ich mal einen Tag freischaufeln kann tut es auch mal gut sich um sich selbst zu kümmern. Ich denke so geht’s uns allen.

Tom: Ja, dass sehe ich genau so.

 

Wenn Ihr erlaubt etwas persönlicheres - eure Namen: Künstlernamen oder alles "Echt"? Sham, Can, Tom wirkt fast ein wenig gescriptet.

Sham: Puh... Wo fangen wir an... Also ich bin in Ägypten geboren und mit 3 Jahren nach Österreich gekommen. Mein Vater ist Ägypter, meine Mutter Österreicherin. Sham ist die Abkürzung meines Vornamens Hesham was so viel bedeutet wie „der Großzügige“.

Can: Mein Name kommt aus der Türkei und bedeutet soviel wie "Leben".

Tom: Und mein Name kommt aus dem österreichischen und bedeutet soviel wie „Der Typ auf dem Schlagzeug“. (lacht)

 

Für die Leute da draußen die Euch noch nicht kennen: Welche Songs sollten sie hören, um Euch kennenzulernen? Bzw. womit wollt Ihr in Verbindung gebracht werden?

Sham: Das ist eine sehr gute Frage! Ich denke wir haben irrsinnig viele verschiedene Songs und es kann für wirklich jeden was dabei sein ist auch ganz egal was man da sonst für Musik hört.

Tom: Am besten ihr kauft euch einfach unsere EP da könnt ihr mal so quer reinhören. Die bestellt ihr am Besten auf unserer Homepage www.kfj-music.at.

 

Zu guter Letzt ein kühner Blick in die Zukunft. Wo seht Ihr Euch in einem Jahr, oder doch lieber Schritt für Schritt?

Sham: Derweil können wir uns darüber keine Gedanken machen, weil gerade sehr viel passiert. Deswegen denken wir immer Schritt für Schritt damit uns ja keine Fehler passieren

 

Wir bedanken uns fürs Gespräch und wünschen euch alles Gute und viel Erfolg für den weiteren Verlauf bei der Großen Chance.

 

 

Kommentare