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Urheberrecht und Verjährung - Worauf man beim Covern eines Lieds achten muss?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Wenn man einen Song eines anderen Interpreten oder einer Gruppe covern möchte...

Wenn man einen Song eines anderen Interpreten oder einer Gruppe covern will, ist zunächst zu beachten, für welchen Zweck dies geschehen soll. Für ein Konzert im örtlichen Jugendheim oder eine andere regionale Veranstaltung zahlt meistens der Veranstalter GEMA-Gebühren. Als Oldie-Band oder als Interpret, dessen Repertoire hauptsächlich aus bekannten Liedern von anderen Künstlern besteht, ist somit im Rahmen des Urheberrechts nichts weiter zu beachten. 

  1. Ganz anders ist die Situation, wenn man eine CD aufnimmt und verkauft oder sich im Internet mit selbst eingespielter Musik präsentiert, die aber von anderen Autoren komponiert wurde.
  2. Wenn man ein Lied covern will, muss man dafür GEMA-Gebühren entrichten. Die GEMA ist eine Organisation, die dafür sorgt, dass die Komponisten ihr Geld erhalten, wenn ihre Werke aufgeführt oder mit Hilfe eines Tonträgers wiedergegeben werden. 
  3. Wenn ein Lied im Radio oder im Fernsehen gespielt wird, werden dafür Gebühren an die GEMA überwiesen. Auch Diskotheken führen Gebühren an die GEMA ab. 
  4. Solange man selbst als privater Nutzer eine CD abspielt, auch auf einer Party, ist dies nur privater Konsum und damit gebührenfrei. Eine eigene CD-Produktion oder ein Internetauftritt ist aber eine Veröffentlichung, und dies musst Du der GEMA mitteilen. 
  5. Wenn also auf Deiner Webseite ein Lied abgespielt wird, das nicht von Dir stammt, wird das wie eine kommerzielle Veranstaltung gewertet, und die GEMA verlangt ihren Anteil. Oft sind aber die Anwälte der Plattenfirmen schneller. Und die verlangen hohe Abmahngebühren.
  6. Außerdem hat der Urheber eines Musikwerks - und auch seine Erben 70 Jahre lang nach seinem Tod – das Recht, eine Coverversion nicht zu gestatten. 
  7. Der Komponist allein bestimmt, in welchem Umfeld seine Musik aufgeführt werden darf. In der Vergangenheit ist es oft zu gerichtlichen Auseinandersetzungen gekommen, wenn ein Song zum Beispiel in einem Werbespott verwendet wurde, und der Urheber damit nicht einverstanden war.
  8. Das Aufnehmen einer CD oder eine eigene Internetpräsenz sind etwas ganz anderes als das Abspielen oder Verleihen einer gekauften CD. 
  9. Als Produzent bist Du immer auch gegenüber den anderen Komponisten in der Situation, ihre Leistung und ihre Ansprüche zu berücksichtigen.

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