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Wie entscheidet man sich für eine Gitarre?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Wer Gitarre lernen will, steht vor einer schwierigen Entscheidung: Es gibt unzählige Modelle.

Wer Gitarre lernen will, steht vor einer schwierigen Entscheidung: Es gibt unzählige Modelle. Aber welche Gitarre ist für mich die Richtige? Das hängt davon ab, welche Art von Musik man spielen möchte: Rock, Pop, Folk oder Klassik.
Grundsätzlich gibt es drei Arten von Gitarren: Die E-Gitarre, die Western-Gitarre und die klassische Konzert-Gitarre.

  • Es ist sinnvoll, die Gitarre vor dem Kauf auszuprobieren. Welche Gitarre wirklich zu uns passt, ist auch immer eine individuelle und emotionale Entscheidung. Wichtig ist nicht nur, dass die Qualität stimmt, sondern auch, wie sich die Gitarre für uns anfühlt. Liegt sie gut in der Hand, stimmt das Gewicht, können wir gut greifen.
  • Für Kinder gibt es auch kleine Gitarren (1/4), für Jugendliche 3/4-Gitarren. Das macht durchaus Sinn, weil sie bei 4/4-Gitarren Schwierigkeiten haben können, richtig zu greifen.
  • Wer seine Gitarre unbedingt im Internet kaufen will, sollte seriöse Versandhäuser auswählen wie www.thomann.de. Dort erhält der Käufer ein Rückgabe- und Umtauschrecht. Abzuraten ist vom Kauf gebrauchter Gitarren aus dem Internet.
  • Wer schon einen hat, kann sich auch Tips von seinem Gitarrenlehrer holen. Und im Fachgeschäft wird man meist auch bestens beraten.

  • Außer der Gitarre sollte man sich eine Hülle oder noch besser einen stabilen Koffer zulegen, um das Instrument vor allem beim Transport zu schützen.
  •  Ein Stimmgerät, ein kompletter Satz Saiten und bei der Konzertgitarre eine Fußbank sind ebenso sinnvolle Ergänzungen wie eine gute Gitarrenschule und ein Notenständer.

E-Gitarre - Wer sich für eine E-Gitarre entscheidet, möchte üblicherweise Rock oder Jazz spielen. Die wichtigsten E-Gitarren: 

  1. Die Fender Stratocaster ist der Klassiker und ist bis heute die weltweit beliebteste E-Gitarre. Sie hat einen klaren, scharfen Ton. Jimi Hendrix zauberte auf ihr, Ritchie Blackmore von Deep Purple rockte "Smoke On The Water" darauf. Wegen ihres hellen Klangs wird sie auch besonders gern für Funk- und Disco eingesetzt. 
  2. Die Fender Telecaster gilt generell als Countrygitarre. Sie hat einen besonderen Twang, der zum Beispiel für Johnny Cash typisch ist. Doch eigentlich ist sie ein Allround-Instrument und wird zum Beispiel von den Rolling Stones gespielt.
  3. Die Les Paul zeichnet sich durch ihren warmen, vollen Klang aus. Da sie aber auch einen sehr kräftigen, druckvollen Ton produziert, wird sie von Hard-Rock-, Heavy Metal- und Punkgitarristen geschätzt.
  4. Die SG Gitarre ist eine Variante der Les Paul. Sie wird zum Beispiel von Angus Young von AC/DC gespielt. Sie klingt besonders dynamisch und fetzig, deswegen ist sie bei Blues- und Rockmusikern beliebt.
  5. Viel genutzt werden auch halbakustische Gitarren wie die Rickenbacker. In den 60er Jahren entwickelten die Beatles, The Who und die Byrds damit ihren typischen Sound. Bei New Wave Bands wie The Jam, The Smiths, R.E.M. und Brit-Pop-Bands wie Oasis wird sie viel genutzt. 
  6. Und auch im Jazz werden die sogenannten halb -oder semi-akustische Gitarren viel gespielt.
  7. Natürlich gibt es noch weitere Arten, dies sind aber die bekanntesten. Die Originale sind teuer. Deshalb kann man auch auf Kopien oder Varianten von bekannten Instrumentenherstellern wie Yamaha, Marshall oder Ibanez zurückgreifen. Ein Tip für Anfänger ist die Harley Benton Gitarre, die gute Testergebnisse erzielt und vergleichsweise günstig ist.
  8. Zu beachten ist, dass man außer der Gitarre einen Verstärker benötigt, dazu mindestens ein Plektrum und möglichst einen Koffer, in dem man die Gitarre verstauen kann. Anfänger sind mit Komplett-Paketen gut beraten und sollten dafür mindestens 150 Euro rechnen. Alles was darunter liegt, führt zu Enttäuschungen und Frust.


Die Westerngitarre:

  1. Die Westerngitarre ist eine akkustische Gitarre ohne elektrische Verstärkung wie die E-Gitarre. Sie ist mit Stahlsaiten bespannt. Das schafft einen satteren Klang als bei der Konzertgitarre. Die Westerngitarre wird am häufigsten in der Country- und Folkmusik eingesetzt. Die meisten Gitarristen spielen sie mit einem Plektrum. 
  2. Für Anfänger haben sie zwei Nachteile: Die Stahlseiten können beim langen Üben ganz schön weh tun. Und der Hals der Gitarre ist schmaler als bei Konzertgitarren, was gerade Anfängern das Greifen der Akkorde erschwert. Dafür hat sie einen klareren, markanteren Sound als die Konzertgitarre. 


Die Konzertgitarre

  1. Wenn es nicht sofort Hardrock sein muss, kaufen die meisten Anfänger eine Konzertgitarre. Sie ist am vielseitigsten einsetzbar. Üblicherweise wird sie für das klassische Gitarrenspiel genutzt. Aber auch als Begleitinstrument ist sie beliebt, daher wird sie ja oft auch als Klampfe bezeichnet. Ob im Kindergarten, in der Schule oder am Lagerfeuer: Man kann mit ihr wunderbar Lieder begleiten und auch Rock- und Popstücke spielen.
  2. Für Western- und Konzertgitarren gelten die gleichen Richtlinien wie bei E-Gitarren: Weniger als 150 Euro sollte man nicht ausgeben. Nach oben gibt es keine Grenzen. Je mehr Geld man ausgibt, desto besser sind die Instrumente verarbeitet. Klang und Qualität der benutzen Materialien und Hölzer verbessern sich auch mit dem Preis.

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