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Wie wechselt man Gitarrenseiten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Das Wechseln der Gitarrensaiten wird in vielen Lehrbüchern stiefmütterlich behandelt, nämlich meistens gar nicht.
Das ist nicht nachvollziehbar, denn die Saiten sind schließlich wesentlicher Bestandteil des Instruments. Und alte, abgenutzte Saiten klingen nicht schön. Wer den optimalen Klang erreichen möchte, braucht dazu auch ordentliche, gut klingende Saiten.

Bitte beachten

  • Ein Notfall ist es, wenn eine Saite reißt. Dann wird üblicherweise nur die betroffene Saite gewechselt. Deswegen ist es ratsam, immer einen kompletten Satz Ersatzsaiten parat zu haben. Besonders anfällig ist übrigens die D-Seite.
  • Ansonsten ist es sinnvoll, die sechs Saiten komplett zu wechseln. Wie oft man sie wechseln sollte, hängt davon ab, wie oft man spielt. Sind die Saiten bereits dunkel angelaufen und löst sich der Draht schon über den Bünden, ist es höchste Zeit, neue aufzuziehen.

Dinge die benötigt werden

  • Ein Satz für die klassische Konzertgitarre besteht aus Nylonsaiten. Die Saiten E, A und D sind mit Stahl umwickelt, die Saiten g, h, e sind reine Nylonsaiten. 
  • Für sie gibt es unterschiedliche Stärken. Üblicherweise werden High Tension Saiten empfohlen. Man sollte den kompletten Satz von einem Hersteller kaufen und nicht verschiedene Fabrikate durcheinander benutzen.

  • Bevor man die neuen Saiten aufzieht, müssen zunächst die alten, verbrauchten Saiten entfernt werden. Dafür sollte man sie zunächst an der Mechanik lockern und abdrehen, bis ich sie sich ganz einfach rausziehen lassen.
  • Danach bietet sich die Gelegenheit, die Gitarre und insbesondere den Gitarrenhals zu reinigen, was mit aufgezogenen Saiten schwierig ist. 
  • Das Aufziehen der neuen Saite beginnt mit der tiefen E-Saite und wird dann in der Reihenfolge A-D-g-h-e fortgesetzt. Manchmal wird es auch anders herum empfohlen, also von der hohen e- zur tiefen E-Saite. 
  • Aber egal ob von oben nach unten oder von unten nach oben: Wichtig ist nur, dass man die richtige Reihenfolge einhält und die Saiten nicht wild durcheinander aufzieht.


Das Aufziehen der Saiten geschieht in wenigen Schritten: 

  1. Wir fangen unten am Steg an, die Saiten aufzuziehen. Dafür ziehen wir die Saite von unten durch das Loch im Steg komplett durch. Das Ende der Saite hat meist einen Knoten oder eine Schlaufe und gehört nach unten. 
  2. Wir lassen ein überstehendes, lockeres Ende von 10 cm. Das ziehen wir unter der Saite durch und klemmen es unter die entstehende Schlaufe. Die ziehen wir vorsichtig zu, so dass ein Knoten entsteht. Das Saitenende halten wir fest und klemmen es unter den Steg. Dann wird die Saite stramm gezogen, so dass sich der Knoten fest zuzieht.
  3. Das obere Saitenende wird von oben in die Mechanik eingefädelt. Auch hier sollte man eine Schlaufe bilden, um die Saite festzuhalten. 
  4. Dann wird sie strammgezogen und mit der Mechanik aufgedreht. Hilfreich ist dafür eine Saitenkurbel, die den Vorgang erheblich erleichtert - sie wirkt wie ein Schraubenschlüssel. Jetzt wird die Kurbel so lange gedreht, bis die Saite stramm ist. 
  5. Dabei muss die Saite durch die Nut am Sattel laufen. Ist die Saite fest eingespannt, können überstehende Saitenenden mit einem Seitenschneider abgeschnitten werden. 
  6. Sind alle Saiten aufgezogen, werden sie gestimmt. In der Anfangszeit verziehen sie sich immer wieder und man muss sie häufiger nachstimmen.

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