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Einen Kompass bauen? - So wird's gemacht

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:07
Einen Kompass selber herzustellen, macht Spaß - und kann sogar Leben retten. Es geht ganz einfach...

Natürlich gibt es für technisch versierte Leute in mittlerweile fast jedem Handy, IPhone oder IPad diverse Programme (Apps), die einem zeigen, in welche Richtung man gehen muss, um zu seinem Ziel zu kommen – ein digitaler Kompass zeigt ihnen den Weg.
Nun, da es schon seit Jahrhunderten üblich ist, mit einem Kompass in See zu stechen und sich auf ihn und seine Wirkweise zu verlassen, erkennt man die Wichtigkeit eines Richtungsweisers, der auch ohne Strom funktioniert. Aber wie funktioniert ein „echter“ Kompass eigentlich? – Was benötigt man, um ihn selber zu basteln? – Ich beschreibe hier die einfachste Art einen Kompass zu basteln – einfach genug, dass Kinder ihn selber herstellen können (bitte mit Aufsicht), aber später erweiterbar ist (zum Beispiel durch den Bau einer Holzumrahmung), um sogar einen „echten“ Kompass zu bauen, wie ihn früher auch die Seeräuber hatten.

  • Auch wenn diese kleine Anleitung für einen einfachen Kompass gilt: Die Kinder sollten nicht ohne Aufsicht basteln. 
  • Da spitze Gegenstände, wie eine Nähnadel bzw. ein Nagel, benötigt werden und der Korken etwas abgeschnitten werden muss, sollte ein Erwachsener dabei sein - auch um die Funktion eines Kompass erklären zu können.
  • Mein Herzenswunsch ist sowieso, dass die Erwachsenen viel häufiger mit ihren Kindern zusammen basteln sollten, um das Familienleben wieder in Schwung zu bringen. Vielleicht ist dieser Kompass ein kleiner Anreiz dafür.

  • einen Korken (z.B. Weinkorken), eine rund ausgeschnittene Pappe (ca. 5cm Durchmesser) oder sogar nur ein Blatt eines Baumes
  • einen langen, schmalen Nagel oder eine lange Nähnadel (aus Stahl)
  • einen Magneten (Magnetstein z.B. über amazon.de ca. 2,80 oder einfacher Küchenmagnet)
  • eine flache Spülschüssel oder ähnliches (aus Plastik, Kunststoff)
  • Wasser / Spülmittel und einen wasserfesten Stift (z.B. Edding)

So wird ein Kompass gebaut

  1. Von dem Weinkorken sollten Sie eine etwas 5mm dicke Scheibe abschneiden. Je nach Alter der Kinder sollte dies vielleicht ein Erwachsener unterstützen.
    Alternativ dazu funktioniert auch das Ausschneiden einer Pappscheibe von ca. 5cm Durchmesser oder die Benutzung eines Baumblattes.
  2. Aus der Nähnadel oder dem Nagel muss jetzt eine Magnetnadel werden. Dazu streicht man einen Pol des Magneten mindestens 30 Mal über den Stahl. Wichtig dafür ist aber, dass man immer nur in dieselbe Richtung streicht, nie entgegengesetzt – dann wäre die Magnetisierung wieder aufgehoben.
  3. Die magnetisierte Nadel muss vorsichtig durch die schmale Seite dieser Korkscheibe geschoben werden. Alternativ: Die Nadel auf die Pappe oder auf das Blatt legen.
  4. In das Plastikgefäß Wasser und ein Schuss Spülmittel geben – und die Korkscheibe bzw. die Pappe oder das Blatt auf das Wasser legen. Das Spülmittel dient dazu, die Oberflächenspannung des Wassers aufzuheben – und damit die Drehbewegung der Kompassnadel zu erleichtern.
  5. Der Korken dreht sich einige Minuten lang, bis er zur Ruhe kommt: Die Nadel bzw. der Nagel schaut in der einen Richtung nach Süden, in der anderen nach Norden. Durch Überprüfung der Umgebung bzw. der Stellung der Sonne kann man leicht herausfinden, in welche Richtung die Spitze zeigt, um den Kompass richtig zu beschriften:
    Wenn Sie die Uhrzeit ablesen, können Sie daraufhin den Stand der Sonne kontrollieren und dementsprechend den Korken an der Spitze der Nadel, die nach Norden zeigt, mit einem wasserfesten Stift markieren.

 

Als letzter Tipp für die Kiddies, die sich mal im Wald verirren oder auch sonst wissen sollten, in welcher Richtung sie unterwegs sind, gilt das alte traditionelle Sprichwort:
          "Im Osten geht die Sonne auf,
           im Süden steigt sie hoch hinauf,
           im Westen will sie untergehn,
           im Norden ist sie nie zu sehn." 

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