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Privatsphäre am Strand - Gesetzliche Grundlagen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:24
Der Gesetzgeber würde Ihnen an dieser Stelle ja gerne helfen...

Sie stehen im Schatten. Weichen keinen Zentimeter von der Seite. Schließlich ist es heiß! Das Geschäft mit den Souvenirs. Von Privatsphäre am Strand haben die aufdringlichen Emigranten leider auch noch nichts gehört. Aber Sie werden sich in dieser Situation sowieso nur eines denken: Kann man denn nicht mal im Urlaub 5 Minuten Ruhe haben? Gibt es denn keine Privatsphäre am Strand?

Privatsphäre am Strand aus Sicht der Justiz

Privatsphäre am Strand (k)ein Gesetz?

  • Der Gesetzgeber würde Ihnen an dieser Stelle ja gerne helfen. Aber erstens ist er gerade selber nicht im Urlaub. Und zweitens ist der Strand- sofern es kein deutlich gekennzeichneter Privatstrand ist- nun mal ein öffentlicher Raum. Hier kann sich jeder tummeln. Ob jung, ob alt, ob groß, ob klein, ob dünn oder dick. 
  • Schutz der Privatsphäre heißt hier für den Juristen nichts anders als das Recht eines jeden Menschen in nicht öffentlichem Raum (Wohnung, angemieteten Räumlichkeiten wie einem Hotelzimmer, einem Bungalow/Loft etc.)auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Hinzu kommen nur noch Datenschutzbestimmungen, die beispielsweise im Briefgeheimnis gesetzlich konkretisiert sind.
  • Auf den Richter, der in schwarzer Robe nervigen Plagegeistern eins mit dem Hammer überzieht, werden Sie also leider vergeblich warten. Handhabe gegen Nervtöter am Strand gibt es rein theoretisch dennoch durch ein Gesetz: Das sogenannte Stalkinggesetz.
  • In vielen Ländern bestehen schon lange, bevor das beharrliche Nachstellen einer Person 2007 in Deutschland unter Strafe gestellt wurde, entsprechende Vorschriften. Im Ernstfall verpufft das Gesetz aber, da das "Opfer" ja das gezielte und nicht das zufällige Aufsuchen des "Täters" nachweisen muss. Bis der juristische Apparat ins Rollen gerät und eine Bannmeile gegen ihren Quälgeist verhängt ist, ist Ihr Urlaub alle Wahrscheinlichkeit eh schon vorüber. 


Privatsphäre am Strand- Eine Wissenschaft für sich?

  • Ein bisschen beobachtet fühlen muss man sich also auch Strand. Aber auf dem Blitzerfoto im Straßenverkehr lächeln Sie ja auch. Und sind Sie nicht auch froh, dass Ihr Handtaschendieb in der U-Bahn dank der Kameraaufzeichnungen sofort geschnappt wurde? 
  • Abstruserweise gelten hier andere Gesetze: Hier sind es genau die öffentlichen Sicherheitsvorkehrungen, die die Privatsphäre des Einzelnen schützen sollen. Warum aber reagieren wir am Strand so empfindlich auf Störungen? Wissenschaftler haben das in zahlreichen Studien versucht zu erklären.
  • Es ist nicht nur die Urlaubszeit als Abstand vom hektischen Alltag. Es ist auch die persönliche Zone/Intimzone eines jeden einzelnen (60cm- 1m Abstand), die wir als bedrohlich empfinden. 


Störquellen am Strand

Da werden wir aggressiv, wenn Fremde in diesen höchstpersönlichen Lebensbereich eindringen. Und der Strand als Tummelplatz tausender Kulturen und unterschiedlich gepolter Menschen bietet genug Potential für Quälgeister.

Angefangen von:

  • vielen kleinen Kindern mit ausgeprägtem Spiel- & Erkundungstrieb
  • halbstarken Jugendlichen mit Hang zum Blödsinntreiben
  • jungen Partyurlaubern mit Hang zum Alkohol
  • Strandsouvenirverkäufer und Beachboys (nicht nur Sextourismus , auch zur Vermittlung von Freizeitaktivitäten)


Die goldenen Tipps für Privatsphäre am Strand - Dagegen kann man sich jedoch wehren. Mit seinen ganz eigenen Gesetzen: (mit Humor zu betrachten)

  • Buchen Sie das Urlaubsziel, dass für seine sehr schönen, ruhigen Strände bekannt ist. Also nicht unbedingt den Ballermann; Ibiza oder Loret del Mar.
  • Wechseln Sie zu Stränden, an denen Badeverbot herrscht. Natürlich nur sofern Sie das Sonnenbad bevorzugen.
  • Lassen Sie Ihre Kinder zuhause.
  • Mieten Sie sich bei entsprechend gutem finanziellem Polster eine Unterkunft/Villa mit eigenem Strandabschnitt. (z.B. auf der Palmeninsel in Dubai)
  • Besorgen Sie sich Ohrenstöpsel und Augenklappe, um Ihre nervige Umwelt "auszuschalten".
  • Bleiben Sie zuhause und gestalten Sie mit ein paar Tonnen Sand und einem Pool Ihr eigenes individuelles Strandfeeling

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