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Letztes Update am 12.03.2015, 14:20
Einen Diskobesuch assoziieren die meisten Menschen mit Lautstärke. Und jetzt lassen wir uns doch mal auf folgenden Gedankengang ein: es ist komplett leise und jeder tanzt mit sich selber zu Musik aus Kopfhörern. Klingt komisch, ist aber so. Zumindest bei dem Prinzip der Silent Disco.

Ursprung

Der Ursprung der Kopfhörerparty reicht bis ins Jahr 1969 zurück, als der finnische Science–Fiction-Film „Ruusujen aika“ erschien. Den Durchbruch feiert der Trend jedoch erst einige Jahre später 2005, als die Silent Disco in Großbritannien beim Glastonbury Music Festival viele Anhänger fand. In den vergangenen Jahren entstanden zahlreiche Unternehmen, die Setups für die Silent Disco anbieten. Dank der Firma Headphone Disco, ist der Trend schnell in andere Länder außerhalb Großbritanniens übergeschwappt.

Besonderheit

Auf den ersten Blick scheint unersichtlich wieso man den gerade den Geräuschpegel, also das was eine Disco ausmacht, ausklammern sollte. Wagt mich sich jedoch in das unbekannte Gebiet, wird es einem schnell klar: Jeder bekommt einen kabellosen Kopfhörer in die Hand gedrückt, mit dem man zwischen zwei bis drei verschiedene Kanäle wählen kann, auf denen unterschiedliche Musikrichtungen gespielt werden. - Und das Konzept geht auf! Statt grölende Besoffene, singen die Leute leise vor sich hin oder tun das in einer Disco normalerweise unmögliche: Unterhaltungen führen. Auf der Bühne stehen wie gewohnt die beiden DJ's, die die Meute anfeuern. Nach und nach fallen die Hemmungen immer mehr, wahrscheinlich auch weil man sich selbst nicht hören kann.

 

Außerdem wirkt diese Art des Partymachens einem großen Problem entgegen: Der Lärmbelästigung. Denn Nachbarschaftsbeschwerden stehen bei jedem Club auf der Tagesordnung – nicht bei der Silent Disco. Deshalb werden sie gerade bei Open Air Veranstaltungen in Urlaubsländern immer häufiger veranstaltet. Auch die Abwandlung des Trends, namens Mobile Disco, bei der die Gäste ihre MP3-Player mitnehmen und gemeinsam tanzen, sind immer beliebter.

 

Besonders spannend für die Teilnehmer ist der Moment, in dem sie die Kopfhörer abnehmen und die anderen beim Tanzen beobachten. Es herrscht Stille. Manche sind absolut bei sich selbst und andere singen sich gegenseitig unterschiedliche Liedtexte zu und tanzen in komplett verschiedenen Stilen. Die Stimmung ist wahnsinnig ausgelassen und trotz der Individualität herrscht ein Gemeinschaftsgefühl. Will man dem Gegenüber etwas mitteilen, muss man diesen nicht anschreeien sondern nimmt den Kopfhörer ab und redet ganz entspannt miteinander.

 

Dieser Trend ermöglicht etwas wunderbares: Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben müssen sich nicht trennen, sondern können alle gemeinsam in einem Raum feiern und das Leben genießen. Was will man mehr?

Kommentare

  • Basti83 27.09.2017 10:04:09 Permalink

    Finde die Idee echt Klasse. Ich wollte auch schon mal auf so eine Veranstaltung aber dann mit paar Freunden die auch die gleiche Musik hören.