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007 – Gibt es solche Geheimagenten wirklich?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Die Welt ist ein Spielbrett der Geheimagenten und Superschurken – so vermitteln es jedenfalls die James Bond-Filme, in denen 007 im Auftrag seiner Majestät

Die Welt ist ein Spielbrett der Geheimagenten und Superschurken – so vermitteln es jedenfalls die James Bond-Filme, in denen 007 im Auftrag seiner Majestät überall auf der Erde böse Buben in ihren geheimen Verstecken bekämpft. Aber was ist dran am Agenten-Mythos?

Geheimagenten im echten Leben

Aus dem Leben entlehnt:
Ian Fleming, der Schöpfer der Romanfigur James Bond, wusste gut, worüber er schrieb. Denn er selbst arbeitete zwischen 1939 und 1952 als Agent – erst im britischen Marine-Nachrichtendienst, später auch als Verbindungsoffizier für den US-Geheimdienst. Darum konnte Fleming auf einige reale Details wie beispielsweise eine Operation namens „Goldeneye“ zurückgreifen, um seinen Romanhelden in spannende Abenteuer zu verwickeln. Allerdings waren ihm die Möglichkeiten teilweise auch etwas zu einträchtig, weshalb er James Bond die diversen Super-Gadgets, ein schier unausschöpfliches Allerweltswissen und teilweise sehr skurille Superschurken mit ihren eigenen Plänen und Geheimverstecken verpasste.

Hochzeit der Geheimagenten:
Agenten für Dienste wie die CIA oder den MI6 sind bereits seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts im Einsatz, um ihrem Staat zu Dienen, Informationen über mögliche Gefahren zu sammeln oder andere Organisationen auszuspionieren. Hochkonjunktur bestand für die Geheimdienste allerdings hauptsächlich während des Zweiten Weltkriegs und in der Zeit des Kalten Kriegs. Besonders die USA und die Sowjetunion waren nahezu besessen davon, ihre Gegner auszuspionieren. Dazu setzten sie teilweise auch technische Neuerungen wie Minikameras oder Wanzen ein, hatten allerdings keinen explodierenden Kugelschreiber ala James Bond oder wie Zigaretten getarnte Miniraketen. Auch eine Lizenz, jeden und alles zu töten, was der Mission im Weg stehen könnte, gab es nicht. Allerdings haben auch Geheimagenten im Auftrag ihrer Regierung bereits „störende Elemente“ beseitigt. Ein prominenter Fall dafür war zum Beispiel der russische Politiker Leo Trotzki, der ein Gegner Stalins war und vor ihm 1929 ins Exil flüchtete. 1940 wurde Trotzki durch einen Geheimagenten Stalins in Mexiko getötet.

Neue Ziele:
Auch heutzutage sind Agenten von Geheim- und Nachrichtendiensten noch regelmäßig im Einsatz, um das Volk vor Unheil zu beschützen. Dabei haben sich aber die Ziele verändert. Statt einzelne Länder oder Regierungen zu beobachten und eventuell auch zu unterwandern, werden die Geheimagenten gegen organisierte Kriminalität eingesetzt. Unter anderem sollen sie Terrornetzwerke, Drogenkartelle, Menschenschieber-Ringe oder undurchsichtige religiös-fanatische Vereinigungen und Sekten im Auge behalten und kriminelle Aktivitäten wie die Planungen von Anschlägen verhindern. Dabei arbeiten die Agenten aber oft mit anderen Staatsorganen zusammen und halten sich bei einem eventuellen Zugriff im Hintergrund, während die eigentlichen Täter von Polizisten oder Spezialeinsatzkräften festgenommen werden.

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