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Fingerabdrücke abnehmen - Wie wird's gemacht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:57
Das Abnehmen von Fingerabdrücken gehört zu den ältesten Methoden, einen Täter zu überführen.

Fingerabdrücke sind unverwechselbar, weil die Rillen und Leisten an der Hautoberfläche der Fingerkuppen bei jedem Menschen individuell verschieden sind. Das nutzt die Polizei seit alters her, um Straftäter zu überführen, die Abnahme von Fingerabdrücken gehört zu den ältesten Methoden in der Kriminalistik und bei den Geheimdiensten.

  • Verbrechen lohnen sich nicht, denn die kriminalistischen Methoden der Polizei sind mittlerweile dank modernster Technik so ausgefeilt, dass die Aufklärungsquote sehr hoch ist.

  • Um Fingerabdrücke von sich selber herzustellen, braucht man eigentlich nur ein Stempelkissen und ein Blatt Papier.
  • Zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken auf Gegenständen wird meist extrem feines Kohlepulver, eine Art Toner, wie man ihn in einem Kopierer findet, verwendet.

  1. Die einfachste Methode, selber Fingerabdrücke zu nehmen, ist sehr einfach. Man rollt einen Finger auf einem Stempelkissen mit leichtem Druck ab, anschließend verfährt man genauso auf einem Blatt Papier. Fertig ist der Fingerabdruck. So wird das bei der Polizei heute noch gemacht.
  2. Zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken auf Gegenständen wird mit einem weichen Pinsel eine Art schwarzer Toner auf die zu untersuchenden Gegenstände aufgetragen. Weil die Hautleisten der Finger bei der Berührung Schweißspuren hinterlassen, bleibt dort das Kohlepulver haften, so dass die Form der Hautleisten der Fingerkuppen der betreffenden Person, die den Gegenstand berührt hat, auf dem Objekt sichtbar werden.
  3. Diese mit Kohlepulver sichbar gemachten Fingerabdrücke lassen sich nun mit einer Art durchsichtigen Klebebands abnehmen und können nun ausgewertet und archiviert werden. So kann ein Straftäter noch nach Jahren überführt werden.
  4. Von unbescholtenen Bürgern dürfen allerdings nicht so ohne weiteres Fingerabdrücke genommen werden. Es muß schon ein dringender Tatverdacht vorliegen. Ein wirklich Unschuldiger wird allerdings kaum etwas dagegen haben, wenn durch seine Fingerabdrücke seine Unschuld bewiesen wird. Und auch das ist oft genug vorgekommen, dass ein hochgradig Tatverdächtiger durch seine Fingerabdrücke entlastet wurde. Einen solchen Fall gab es im 19. Jahrhundert in England.
  5. Weil sich der Fall nicht aufklären ließ, startete die englische Polizei, ja sogar der Bürgermeister, der selber mit gutem beispiel voranging,einen Aufruf an alle Männer (nur eine männliche Person kam als Täter in Frage), ihre Fingerabdrücke freiwillig zu geben, mit dem Versprechen, die Abdrücke aller Unschuldigen nachher wieder zu vernichten.
  6. Und weil jeder, der dem Aufruf nicht folgte, sich verdächtig machte, sah sich auch der wahre Täter gezwungen, seine Fingerabdrücke der Polizei zu geben. Und siehe da, er konnte letztlich durch diese Aktion überführt werden. Und die Polizei löste ihr Versprechen ein, die Fingerabdrücke aller unschuldigen Bürger wurden vernichtet - bis auf eine - die des Täters.
  7. Heute werden Fingerabdrücke größtenteils schon mit Laserscannern abgenommen, einige Nationen schreiben sogar die Speicherung von Fingerabdrücken im Reisepass vor. In Deutschland werden seit neuestem im Reisepass mittlerweile auch schon Fingerabdrücke gespeichert, im Personalausweis aber (noch) nicht. Einige Länder scannen auch bei der Einreise die Fingerabdrücke, zumindest dann, wenn irgendwelche Verdachtsmomente vorliegen.

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