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HFR Verfahren Erklärung? - So geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Gestochen scharfe Filmaufnahmen mit dem HFR-Verfahren

Mit der Premiere von Peter Jacksons „Der Hobbit“ feierte auch eine neue Filmtechnik ihren ersten Auftritt vor großem Publikum. Als erster Kinofilm wurde dieser mit dem HFR-Verfahren erstellt. Zu Drehbeginn war dies ein Wagnis, da zu diesem Zeitpunkt weltweit noch kein Kino in der Lage war, einen in dieser Technik gedrehten Film wiederzugeben. Seitdem werden die Vor- und Nachteile dieser Innovation heiß diskutiert. Aber was ist das Besondere am HFR-Verfahren?

Die wichtigsten Hintergrundinformationen

  • HFR, das steht für High Frame Rate, also zu deutsch "Hohe Bildrate".
  • Wie der Name schon verrät, werden Aufnahmen, die mit dem HFR-Verfahren erstellt wurden, mit einer erhöhten Bildrate wiedergegeben. Herkömmliche Aufnahmen flimmern bislang mit 24 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Um dem menschlichen Auge einen flüssigen Bewegungsablauf vorzutäuschen, reicht dies bei ruhigen Filmszenen bereits aus.
  • Dennoch kommt es gerade bei actionreichen Szenen häufig zu einer ungewollten Bewegungsunschärfe aufgrund der fehlenden Zwischenbilder. Man nimmt an, dass die Wahrnehmung eines Menschen ihm erlaubt, etwa 40 Bilder pro Sekunde wahrzunehmen.
  • Das HFR-Verfahren zeigt daher 48 Bilder pro Sekunde, statt der üblichen 24. Es kommt damit den natürlichen Sehgewohnheiten des Zuschauers also stärker entgegen und erzeugt ein klareres und realistischeres Bild.
  • Das HFR-Verfahren ist gerade in Kombination mit der ebenfalls noch recht jungen 3D-Technik eine vielversprechende Innovation. Willige Kinos müssen allerdings umrüsten, damit ihre Besucher in den Genuss von HFR-Aufnahmen kommen können.
  • Dass man nicht eher auf eine erhöhte Bildwiederholfrequenz zurückgegriffen hat, liegt an dem damit verbundenen erhöhten Kostenaufwand. Bis vor einigen Jahren bedeutete eine höhere Bildrate gleichzeitig einen größeren Materialeinsatz, da Filme auf Filmrollen gedruckt in die Kinoprojektoren eingelegt wurden.
  • Seit dem Einsatz der digitalen Filmtechnik ist dies Vergangenheit, da nun enorme Datenmengen gespeichert und wiedergegeben werden können; und das bei geringerem Platz- und Materialbedarf. Der Weg für das HFR-Verfahren ist somit nun geebnet.
  • Da HFR-fähige Projektoren auch weiterhin in der Lage sein werden, Filme mit den üblichen 24 Bildern pro Sekunde wiederzugeben, bedeutet die neue Technik nicht zwangsläufig das Aus für herkömmlich gedrehte Filme.
  • Viel mehr bietet sich auch die Möglichkeit, beide Verfahren miteinander zu kombinieren. Somit könnte ein Film sowohl Szenen mit 24 Bildern als auch mit 48 oder mehr Bildern pro Sekunde enthalten.
  • Diese Option könnte auch HFR-Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen, denn trotz aller Vorteile, steht das Verfahren in der Kritik. Dabei ist es ausgerechnet der realitätsnahe Eindruck, den Filme mit der HFR-Technik bekommen, der für Missfallen sorgt.
  • Schenkt man Filmemacher und Wahrnehmungswissenschaftler James Kerwin Glauben, so bedarf es der niedrigeren Bildwiederholfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde, um dem menschlichen Gehirn zu signalisieren, dass es sich um eine Filmaufnahme und nicht um die Realität handelt. Erst dann könne der Zuschauer sich auf das Gezeigte einlassen.
  • Fürsprecher des HFR-Verfahrens gehen hingegen davon aus, dass Kinobesucher sich mit der Zeit auch an die erhöhte Bildrate gewöhnen werden.

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