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Ist das Dschungelcamp nicht echt? Wir klären auf!

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Wie sehr wird im Dschungelcamp getrickst?

Giftige Pflanzen, blutrünsitge Tiere und allerlei sonstige Ekel und Gefahren. So stellt der Privatsender RTL jedenfalls seine Dschungelcamp-Show mit dem Titel "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" gerne dar. Immer wieder kursieren jedoch Annahmen, dass das Dschungelcamp nicht echt ist und in vielerlei Hinsicht dem Zuseher etwas vorgetäuscht wird, was gar nicht den Tatsachen entspricht. Wir sind dem nachgegangen und wollen in diesem Beitrag darstellen, wie die Show wirklich konzipiert ist. Ist das Dschungelcamp nicht echt?

Das Dschungelcamp ist nicht ganz echt

  • Das Camp liegt zwar wirklich im Dschungel, nämlich nahe der Gold Coast in Australien, wurde aber stark manipuliert und auf einem alten Farmgelände neu aufgebaut.
  • Von gefährlichen Tieren wimmelt es im Dschungelcamp auch nicht gerade. Diese werden einerseits von den Teilnehmern explizit ferngehalten (mit Netzen etc.) und andererseits bei den Prüfungen extra aus der Zucht entnommen (Maden, Würmer etc.), um die Infektion der Kandidaten vorzubeugen.
  • Die nächste Stadt ist ca. sieben Autominuten entfernt. So fernab von jeglicher Zivilsation sind die Teilnehmer also gar nicht. Abgesehen davon werden sie im Dschungel von einer großen Anzahl an Personal täglich betreut bzw. überwacht.
  • Die Grundfläche des Camps ist relativ klein und künstlich angelegt (See, Wasserfall, Wege, Bäume) sowie bis auf jeden kleinen Millimeter verkabelt und abgehört!
  • Das Camp ist von oben durch Planen und Netze für unerwünschte Zuschauer, den Regen sowie Flugtiere jeder Art abgeschirmt.

Vertragliche Anforderungen an die Kandidaten

  • Echt und knallhart, sind im Fernsehdschungel vor allem die Verträge, welche die Kandidaten unterschreiben müssen, um an der Sendung teilzunehmen.
  • Das Honorar, das sich zwischen 20.000 und 60.000 Euro bewegt, wird den Kandidaten in Form von vier Blöcken ausgezahlt. Die letzten zwei davon werden erst nach dem Camp ausgezahlt und nur dann, wenn der Kandidat den Campaufenthalt nicht von sich aus abgebrochen hat, dadurch würden diese beiden Anteile nämlich entfallen.

 

Drei Grundregeln herrsche im Camp - wer diese bricht, muss gehen und verliert die ganze Gage:

  • Das Feuer muss immer brennen!
  • Man darf nur die Camp-Toillette benutzen und nicht ins freie Gelände oder ins Camp machen!
  • Das Wasser muss dem Bach entnommen und abgekocht werden!

Die Infrastuktur des Dschungels

Das kleine, wilde Hollywood:

  • Im Dschungelcamp an der Ostküste Australiens, genau lokalisiert in Dungay, ist die Infastruktur künstlich aufgebaut und entspricht der, eines modernen Hollywood-Filmsets.
  • Auf dem Gelände einer früheren großflächigen Farm wurden für die Fersehsendung Bäume und Wurzeln aus Fieberglas angefertigt, Hängebrücken und Baumhäuser konstruiert und ein Wasserfall, mit der Wasserzufur durch einen umgeleiteten Fluss, installiert. Letzterer wird durch einen künstlich angelegten kleinen See zum "Spabereich" der Kandidaten, in dem sie sich Jahr für Jahr räkeln und versuchen, durch strategische Busenblitzer etc., langersehnte Fernsehpräsenz wiederzuerlangen.
  • Nachvollziehbar wird der künstliche Badebereich jedoch, wenn man sich bewusst macht, dass man in natürlichen Dschungelgewässern auf Grund von unzähligen Gefahrenquellen: wie zum Beispiel Blutegeln, Krokodilen oder Bakterienstämmen) nicht baden könnte.
  • Von oben ist das Camp durch Netzinstallationen und Planen abgeschirmt von unwillkommenen Besuchern bzw. Blicken aller Art, da die Kandidaten wirklich im Freien schlafen und das ohne derartige Installationen bei herrschendem schwülem Klima gar nicht möglich wäre.
  • Das Camp der Teilnehmer, in dem wir sie am Feuer sitzen und in ihren Liegen schlafen sehen, ist direkt unter einer der großen Hängebrücken angelegt - d.h. die Kandidaten können von oben rund um die Uhr überwacht und betreut werden. 
  • Das Betreuerteam ist fast 200 Mann stark und die Kandidaten werden durch Ranger und Security vor wirklich wilden Tieren etc. beschützt.
  • Die Dschungelprüfungen, die täglich absolviert werden müssen sind echt: die Tiere die dort verwendet bzw. oftmals auch gegessen werden...wie Maden, Würmer und vieles mehr, stammen aus der Zucht. Vor allem deswegen, um gefährliche Infektionen etc. bei den Dschungelkandidaten zu vermeiden.
  • Wie bei allen anderen Filmsets auch - gibt es im Dschungelcamp Garderoben, eine Kantine, eine Maske, Stauräume und Rückzugsmöglichkeiten für die Mitarbeiter.
  • Dieses Set wird jedoch nicht nur für die deutsche Version des Dschungelcamps genutzt, sondern wird auch für die britische und US-amerikanische Produktion derselben Sendung herangezogen.


Beim Dschungelcamp ist also nicht alles echt, aber der Produktionsaufwand ist enorm und das Sendungskonzept seit zehn Jahren sehr erfolgreich. Die Kandidaten mögen zwar nicht im "echten, wilden Dschungel" ausgesetzt sein, durchleben in dieser Zeit aber bestimmt nicht weniger skurrile Vorfälle auf Grund der teilweise exotischen Camp-Mitbewohner und psychischen Belastung auf Grund der Rundum-Überwachungssituation.

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