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Lebender Superheld in Japan - Was ist dran an diesem Konzept?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:28
Er kann nicht fliegen und legt sich auch nicht regelmäßig mit Godzilla an – dennoch ist Tadahiro Kanimaso ein lebender Superheld in Japan.
Denn der junge Mann setzt seine „Kräfte“ dazu ein, den Menschen zu helfen.

Aufklärung

Zwei Identitäten:
Eigentlich arbeitet der 29-jährige Japaner in einem Bioladen mitten in Tokio. In seiner Freizeit schlüpft er aber in das Kostüm des grünen Rangers, einer Figur aus der in Japan sehr beliebten Serie „Power Rangers“ und macht die U-Bahn-Stationen der Metropole ein wenig sicherer. Allerdings hat es Tadahiro sich nicht der Bekämpfung von Schurken und Bösewichten verschrieben. Stattdessen hilft er Müttern mit Kinderwagen oder alten Frauen mit schweren Einkaufstüten, die Treppen von der Straße zur U-Bahn zu überwältigen. Denn in vielen U-Bahnhöfen in Japan gibt es weder einen Fahrstuhl noch eine Rolltreppe – ein echtes Problem für Personen, welche mit Gepäck zur U-Bahn müssen. Aber dafür gibt es ja den grünen Ranger. Bereits seit drei Jahren hilft Tadahiro den Menschen – ohne Bezahlung oder eine sonstige Vergütung. Sein Kostüm trägt er dabei nur, weil es für seine Mitmenschen angenehmer ist, wenn ein lebender Superheld in Japan zupackt, statt einem „normalen“ Menschen. Denn in Japan nehmen Leute nicht gerne Hilfe an, selbst wenn diese nett gemeint ist.
Idee verbreitet sich:
Mittlerweile ist Tadahiro Kanimaso nicht mehr der einzige Held, der in Japan unterwegs sein soll. An diversen anderen Stationen sollen sich ebenfalls in den letzten Monaten als Superhelden verkleidete Helfer eingefunden haben. Das freut den jungen Japaner, ist er doch selbst auf der Suche nach Unterstützung für seine Idee.
Aber nicht nur in Japan sind Helden aufgetaucht. Auch in Amerika gibt es sie bereits. In Seattle kann man zum Beispiel Phoenix Jones treffen, der zusammen mit einer kleinen Truppe freiwilliger Kostümierter nachts auf Patrouille geht, um Überfälle und Einbrüche zu verhindern, oder einfach nur um ein wenig Müll wegzuräumen. In Deutschland gibt es die Alltags-Helden hinter der Maske dagegen noch nicht, aber es ist vorstellbar, dass auch hier bald die ersten Superhelden für das Wohl der Bevölkerung einspringen.

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