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"Mein lieber Scholli" - Woher kommt die Redewendung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Ein Sprichwort, das nahezu jeder kennt und auch im Alltag gebraucht.
Wenn jemand „Mein lieber Scholli!“ ausruft, dann ist er überrascht oder leicht verärgert. Wenn etwas Unglaubliches passiert, etwas total Absurdes, man mit einem Ereignis nicht gerechnet hat, man überrascht wird oder sich über einen Vorfall oder eine Aussage ärgert, dann kann man dieses Sprichwort verwenden.

Herkunft des Sprichwortes

  • Beinahe jeder benutzt es im Alltag, doch wenn man nach der Herkunft dieser Redewendung fragt, blickt man meist in ratlose Gesichter. Dem soll Abhilfe geschaffen werden, sodass im Folgenden die Herkunft erklärt wird.
  • Forscher sind sich nicht ganz einig, sodass es zwei verschiedene Theorien gibt, woher der Ausdruck „mein lieber Scholli“ kommt. 
  • Die eine Theorie besagt, dass die französischen Soldaten dieses Sprichwort in Deutschland eingeführt haben. Die Damenwelt wurde von den Soldaten mit dem Spruch “ma chère jolie” beeindruckt und verführt. Dieser Spruch besagt, dass eine Frau lieb und schön wäre.
  • Der Spruch wurde dann mit der Zeit zum deutschen Ausdruck „Mein lieber Scholli“. Dieser Ansatz erklärt jedoch nicht, wieso man diese Redewendung auch gebraucht, wenn man sich über etwas ärgert. 

Der zweite Ansatz besagt, dass diese Redewendung auf den Studenten Ferdinand Joly zurückzuführen ist. Dieser wurde im Jahr 1783 von der Universität in Salzburg verwiesen. Der Grund dafür ist allerdings unbekannt. Nachdem Ferdinand die Universität verlassen hatte, versuchte er sein Glück als Schauspieler, Dichter und Künstler. Er war in Salzburg bekannt wie ein bunter Hund und wurde „lieber Scholli“ genannt. Dieser Name verdeutlichte, dass man Ferdinand zwar mochte, ihn gleichzeitig aber auch für verrückt hielt. Daraus hat sich laut diesem Ansatz, dann die Redewendung "mein lieber Scholli“ entwickelt. Es ist ein liebevoller Ausdruck für Überraschung und leichten Ärger. 

Eine ganz ähnliche Bedeutung hat das Sprichwort: "Mein lieber Schwan!“

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