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Ostergedicht: Auf ein Ei geschrieben - Eduard Mörike

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:15
Henne oder Ei - was war zuerst? Mit dieser Frage beschäftigte sich auch Eduard Mörike.

Das Gedicht "Auf ein Ei geschrieben" von Eduard Mörike ist zwar kein Ostergedicht im eigentlichen Sinne, wird aber auch zur Osterzeit immer wieder gerne aufgegriffen. Mörike beschäftit sich in diesem Werk mit der altbekannten Frage, was den nun zuerst war - die Henne oder das Ei? Das Gedicht ist schön und amüsant zugleich. Klassische Ostergedichte findest du auf dieser Übersichtsseite von asklubo.

'Auf ein Ei geschrieben' von Eduard Mörike - Text

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei;
Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls,
Und kurzum, mich tät’s gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren,
Und zugleich tät es mich kitzeln,
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.
Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
wohl die Henne, wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has’ gebracht.

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