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Programm Pro Sieben und ARD/ZDF - Wo liegen die Unterschiede?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:10
Wer heute das Fernsehen einschaltet, hat eine relativ breite Auswahl an Sendern, durch die er...

Wer heute das Fernsehen einschaltet, hat eine relativ breite Auswahl an Sendern, durch die er zappen kann. Zwei Urgesteine des deutschen Fernsehens sind dabei ARD und ZDF, die sich als öffentlich-rechtliche Sender der ersten Stunde verstehen dürfen. In den 50er und 60er Jahren gegründet, haben sie eine viel länger zurückreichende Geschichte und bieten dem Zuschauer ebenso ein ganz anderes Fernsehangebot, als das noch vergleichsweise junge Programm von Pro Sieben, einem Privatsender, der erst im Jahre 1989 seinen Betrieb aufnahm.

Unterschiede zwischen den Programmen:

  • Hatte Pro Sieben früher das Image eines Spielfilmsenders, so versucht man sich mittlerweile von diesem Ruf zu trennen, indem man Infotainment-Sendungen gestartet hat und vermehrt auch Serien mit ins Programm aufnimmt.
  • Letztere sind meist eingekaufte Produktionen, die nicht selten aus den USA stammen, und die mit eigenen Formaten wie der Wissenschaftssendung Galileo oder auch Late-Night-Entertainment wie TV-Total gemischt werden.
  • Auch Spielfilme besitzen immer noch ihren Platz bei dem Sender. Zwar unterliegt das Programm der Pro Sieben Media AG gewissen Auflagen, jedoch hat man hier im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten keinen Bildungsauftrag und muss ebenso auch keine Sendungen für Randgruppen zeigen.
  • Da ARD und ZDF diese Auflagen jedoch erfüllen müssen, fahren sie ein breites Sammelsurium aus Sendungen auf, die eher den Ansprüchen an „sinnvolles Fernsehen“ genügen oder eben die Wünsche von Randgruppen erfüllen.
  • Zu nennen sind dabei nicht zuletzt die vergleichsweise informativen Tagesschau-Nachrichten oder der auf die Zielgruppe der älteren Personen ausgerichtete ZDF-Fernsehgarten.
  • Zudem ist das Programm der Pro Sieben Media AG durch Werbung geprägt, während diese auf ARD und ZDF eher die Ausnahme ist.

Woher kommen diese Unterschiede?

  • Das Programm von Pro Sieben unterscheidet sich also grundlegend von dem der ARD und ZDF. Doch warum ist dies der Fall?
  • Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sollen möglichst wenig in Konkurrenz zu den privatrechtlich organisierten Sendeanstalten treten, da der Staat sonst in einen marktverzerrenden Wettbewerb zu den Unternehmen stehen würde.
  • Da sich die öffentlich-rechtlichen durch die GEZ-Gebühren finanzieren, können sie auf Werbeeinblendungen verzichten und ebenso auch Sendungen für Randgruppen zeigen, die keine besonders hohe Einschaltquote versprechen.
  • Das Programm von Pro Sieben ist hingegen darauf ausgelegt, die Masse zu erreichen, da mit hohen Einschaltquoten viele Werbeeinnahmen generiert werden können.
  •  Privatsender wie Pro Sieben stehen daher in dem Spannungsfeld, mit möglichst geringen Kosten möglichst viele Zuschauer zu erreichen, weshalb sich das Programm von Pro Sieben in den letzten Jahren in die genannte Richtung bewegt hat.

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