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Sich selbst belügen - Was ist damit gemeint?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:13
Die Selbstlüge kann in unterschiedlich starker Form vorkommen.

Sich selbst zu belügen kann genauso schlimm sein, wie andere Menschen zu belügen. Wer immer wieder lügt, der verdrängt die Wahrheit, und lebt irgendwann in seiner eigenen, unrealistischen Welt, die nur für ihn selbst richtig und perfekt ist.

Erkennungsmerkmale der Selbstlüge

  • Wer sich selbst belügt, kann dies aus unterschiedlichen Gründen tun. Ziel dabei ist es aber nicht, bestimmte Wahrheiten anderen gegenüber zu verschweigen, sondern sich selbst diese nicht einzugestehen.
  • Bei der Selbstlüge spielen das Alter und die Wichtigkeit keine Rolle, denn jeder Mensch geht mit bestimmten Situationen anders um. Wer als Kind in der Schule von seinem Banknachbarn abschreibt, und sich dann sagt, dass er ja eigentlich alles alleine geschafft hat, lügt sich selbst an.
  • Später kann das Ausmaß allerdings größer werden. Wer zum Beispiel eine Schlägerei anfängt, bei der ein Mensch verletzt wird, kann sich selbst belügen und sich somit die Schuld nehmen, indem er sein Handeln herunterspielt und Behauptungen wie "Der hatte es verdient" oder "Ich habe mich nur gewehrt", aufstellt.
  • So wird mit der Selbstlüge das eigene Gewissen beruhigt, und eine eigentlich negative Erfahrung in eine positive Erfahrung umgewandelt.
  • Sich selbst belügen kann manchen Menschen aber auch helfen, eine bestimmte Lebenssituation zu ertragen. Wenn man merkt, dass der eigene Partner immer wieder fremdgeht, dann wird dieses Verhalten oft schön geredet.
  • Man redet sich selbst ein, dass es nur ein Ausrutscher war, dass der Partner einen immer noch liebt usw. Das schlechte Verhalten des Anderen wird durch die Selbstlüge verschönert, wodurch der Betroffene damit leichter umgehen kann.
  • Das Gleiche gilt aber auch für das eigene Verhalten. Geht man selber fremd, so kann dieses Verhalten auch durch die Selbstlüge abgeschwächt werden. Man redet sich ein, dass es nichts Ernstes war, dass es niemals mehr vorkommen wird usw.
  • Oft geht die Selbstlüge aber so weit, dass der Betroffene diese als Wahrheit erkennt.
  • Das, was wirklich geschehen ist wird so weit verdrängt, dass es irgendwann nicht mehr als Realität besteht.
  • So ist es möglich, dass tiefsitzende Traumen verdrängt werden, und erst Jahre oder Jahrzehnte später durch einen banalen Auslöser wieder auftauchen. 
  • Wer an einer schlimmen Krankheit leidet, der kann sich mit der Selbstlüge so weit beeinflussen, dass er diese Krankheit kaum noch wahrnimmt, denn er lügt sich immer wieder selber an, indem er sich sagt, dass alles nicht schlimm ist, und er schon bald wieder gesund wird.
  • Wer jedoch Mitleid von anderen möchte, der kann sich im Gegensatz dazu auch eine Krankheit ausdenken und diese den anderen vorspielen.
  • Bei dieser Art der Selbstlüge kann es soweit kommen, dass sogar Symptome dieser eigentlich nicht vorhandenen Krankheit auftreten.

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