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The Voice of Germany 2012 - Das Prinzip der Blind Auditions?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Letztes Jahr gewann die neue Castingshow ...

Letztes Jahr gewann die neue Castingshow "The Voice of Germany" zahlreiche Preise und fesselte ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen. Noch nie zuvor sorgte ein ähnliches Format für derartig viele Schlagzeigen und packende Euphorie. In den Medien wird die Sendung als absolute Sensation angepriesen. Was aber macht diese Show so besonders? Ganz klar. Die Blind Auditions sind mit ein Grund für den hohen Erfolgsquotient der Show. Auf diesen Aspekt möchte ich im folgenden Artikel näher eingehen.

  • Die Juroren wissen nicht, wie die Kandidaten aussehen. Sie hören nur ihre Stimmen und bewerten ausschließlich nach diesem Kriterium.
  • Die Juroren drehen den Kandidaten den Rücken zu und buzzern auf einen roten Knopf, wenn ihnen die Stimme gefällt und sie den Kandidaten gerne in ihrem Team haben und coachen wollen.
  • Erst dann dreht sich ihr Stuhl, wendet sich dem Kandidaten zu.
  • Nun hat der Kandidat die Wahl sich für ein Team zu entscheiden bzw. sich einem Juror anzuschließen, der ihn gerne coachen will. Dabei hat dieser natürlich nur die Wahl zwischen den Juroren, die gebuzzert haben.
  • Hat kein Juror gebuzzert, ist der Kandidat ausgeschieden.

Konzept der Blind Auditions

  • Die Blind Auditions sind das Aushängeschild von "The Voice of Germany". Nie zuvor gab es eine Castingshow, die dieses Prinzip verwendet hat. 
  • Dazu sitzt die Jury, bestehend aus Xavier Naidoo, The BossHoss, Nena und Rae Garvey der Bühne mit dem Rücken zugewandt. 
  • Somit sehen sie zwar, das Publikum, nicht aber den Kandidaten. 
  • Sie sind demnach dazu gezwungen sich außschließlich auf die Stimme zu konzentrieren und haben alleine nur dies als Bewertungskriterium. 
  • Optische Kriterien, wie Bühnenpräsenz oder Aussehen bleiben dadurch zweitrangig und dies ist auch gut so. 
  • Vergangene Castingshows haben bewiesen, dass sich Juroren oft von optischen Eindrücken und Sympathie bzw. Antipathie beeinflussen lassen. 
  • Die Stimme wird nicht mehr neutral wahrgenommen, sondern das gesamte Erscheinungsbild bzw. das Gesamtpaket wird bewertet. 
  • Letztlich wird bei einer musikalischen Castingshow aber doch in erster Linie nach einem wahren Gesangstalent gesucht. 
  • Um als Juror objektiv zu bleiben, ist es daher notwendig nur die Stimme eines Menschen repräsentiert zu bekommen.
  • Wenden wir uns aber nun wieder der Erklärung des Prinzips zu. Die Juroren sehen demnach die Kandidaten nicht, hören nur ihre Stimme. Gefällt ihnen, was sie hören haben sie die Möglichkeit auf einen kleinen, roten Buzzer zu drücken, der sich unmittelbar vor ihen befindet zu drücken.
  • Erst dann dreht sich ihr Stuhl, wendet sich dem Kandidaten zu. Jetzt erst sieht der Juror den Kandidaten zum ersten Mal. Das Bild, dass der Juror zuvor von dem Künstler hatte, kann damit noch positiv unterstrichen werden oder aber von der Erwartung abweichen. 
  • Letztlich zählt aber wie bereits gesagt nicht das Äußere, sondern die Gewalt und die Power, die in der Stimme liegt.
  • Erfinder dieses Konzepts sind übrigens die Holländer, die im Jahr 2010 das Format "The Voice of Holland" ins TV brachten.

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