Foto: Shutterstock.com

Warum feiern wir Karneval?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:15
Der Super Bowl ist die größte Tages-Sportveranstaltung der Welt.

Die zusammengesetzte Wort Karneval führt uns zu den beiden ursprünglichen lateinischen Worten: Carne vale! Das Ausrufezeichen macht die Bedeutung des Wortes noch etwas deutlicher, denn die Übersetzung der lateinischen Worte bedeutet: Fleisch lebe wohl!

Karneval - Historischer Ursprung des Brauchtums

  • Das Wort Karneval führt uns zu einem Verabschiedungsritual, dass in manchen Gegenden bis heute in der einen oder anderen Form auch noch gebräuchlich ist. Aber je nach Gegend wird dieser Abschied anders gefeiert. 
  • In Hessen wird der sogenannte "Nubbel" verbrannt und vergraben und in der eher rheinisch-moselländischen Gegend wird am Karnevalsdienstag nochmals so richtig deftig gegessen. Es muss ein Gericht mit Kartoffelklößen sein. Dazu eignet sich am besten der rheinische Sauerbraten mit viel Soße. Es galt als Wettbewerb, wer die meisten handgeriebenen Kartoffelklöße essen konnte, der war Sieger. 
  • Denn das eigentliche Karnevalsfest war ja schon ein Tag zuvor: der Rosenmontag. Gerade in ländlich-katholischen Gegenden, wo es wenig Karnevalsumtrieb wie in Köln, Mainz und Düsseldorf gibt, wird auf den althergebrachten Karneval in seiner ganz speziellen Ausformung wert gelegt. 
  • Dazu sollte bedacht werden, dass die soziale Kontrolle in einer sehr überschaubaren ländlichen Gemeinde sehr rigide sein konnte und es sich sehr schnell rumsprach, wer sich eben nicht an die strengen Fastengebote hielt. Ausgenommen von diesen strengen Regeln waren Alte, Kranke und Kinder. 
  • Es galt sich also am Karnevalsdienstag ausführlich schlemmend vom geliebten Fleisch für vierzig Tage Fastenzeit zu verabschieden. Weltanschaulich ist diese Fastenzeit mit dem vierzigtägigen Aufenthalt Jesu in der Wüste verbunden, bevor er seine Predigttätigkeit für drei Jahre in Galiläa begann und dann jäh in Jerusalem unter den Römern am Kreuz endete. Hingerichtet als Aufrührer.
  • Aus allen Weltreligionen sind uns solche genau vierzigtägigen Buß- und Fastenzeiten bekannt. Sie dienen der inneren Entschlackung und geistigen Reinigung. Doch bevor dieser Prozess beginnt, soll eben noch einmal so richtig gefeiert und über die Stränge geschlagen werden. 
  • Wie alles hatte auch der Karneval seinen pädagogischen Hintergrund darin, dass wer verzichten kann, auch wieder besser das Leben genießen und schätzen kann. Doch der Verzicht war kein Verzicht, wenn er nicht auch einem höheren Sinn dienen würde. Das Verzichtete sollte zusammengespart werden und am die Ärmeren verteilt werden. Es wurde eine Art Gleichstand der sozialen Gerechtigkeit hergestellt.

Kommentare