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Warum haben ältere Menschen größere Ohren?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Größere Ohren für besseres Hörvermögen?

Manchmal müssen wir zweimal hinschauen, wenn wir einen älteren Menschen ansehen, doch es handelt sich nicht um eine optische Täuschung, wenn uns auf den ersten Blick die Ohren auffallen. Bereits vor Jahrhunderten haben Wissenschaftler festgestellt, das gerade letztere ein ganzes Leben lang wachsen. Erwiesenermaßen alle fünf Jahre um circa einen Millimeter. In der Jugend (Pubertät) und im Alter die größten Veränderungen mit dem menschlichen Körper vor sich gehen. Ältere Menschen schrumpfen zudem in der Körpergröße, da die Bandscheiben Im Laufe der Jahrzehnte austrocknen.

  • Einer der Gründe, warum Mediziner vor allem Senioren dazu auffordern, viel zu trinken.
  • Dagegen teilen sich die Knorpelzellen im Alter immer weiter. Die "Knorpeltheorie" ist übrigens nicht neu und wurde bereits 1887 von Dr. G. Schwalbe , einem Erlanger Forscher, ins Leben gerufen.
  • Er ist Autor des Buches "Lehrbuch der Anatomie des Ohres", erschienen im Verlag Eduard Besold. Damals standen allerdings noch nicht die heutigen, modernen Methoden zur Verfügung. Trotzdem blieb diese Theorie lange Zeit umstritten.

Ältere Menschen haben größere Ohren

  • Deshalb hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in jüngerer Zeit eine Studie an der Uni Potsdam in Auftrag gegeben, bei der 100 Senioren zwischen 60 und 70 Jahren vermessen wurden, allerdings weitaus weniger als der Humanbiologe Carsten Niemitz, der die umfangreichste Studie an 1500 Berlinern vorzuweisen hat.
  • Und auch in anderen europäischen Ländern, zum Beispiel in Italien, wurde fleißig daran geforscht. Einig sind sich die Wissenschaftler bislang nur in einem Punkt: Lediglich die äußere Ohrmuschel wächst weiter, während die innere Muschel unverändert bleibt. Warum die Natur das so eingerichtet hat? Auch darüber streiten sich die Gelehrten. Naheliegend ist zumindest, dass die wachsende äußere Ohrmuschel die Aufnahme des Gehörten erleichtern soll, wenn das Hörvermögen im Alter nachlässt. So soll die Ortung von Schallquellen verbessert werden. Dennoch sind viele Senioren heutzutage auf ein Hörgerät angewiesen.
  • Eine andere These lautet, dass das Fettgewebe um den Ohrknorpel mit zunehmendem Alter schwindet und die Haut erschlafft. Besonders gut zu beobachten ist dies bei Frauen, die ihr Leben lang Ohrringe getragen haben. Das ist der Fluch der Schwerkraft. Trotzdem fallen große Ohren - vielleicht bedingt durch den kurzen Haarschnitt bei den älteren Männern noch deutlicher auf. Die Proportionen verändern sich, viele ältere Gesichter wirken durch Krankheit oder Entbehrungen eingefallen, wodurch Ohren natürlich noch prägnanter erscheinen.
  • Doch man kann es auch von einer anderen Warte aus sehen: Durch das Erschlaffen der Haut wirkt das übrige Gesicht schmaler und so treten Ohren und Nase stärker hervor. Ja, auch Nasen sind von diesem Phänomen betroffen, denn diese unterliegen ebenfalls dem unablässigen Wachstum der Knorpelzellen, wenn man diese erste These zugrunde legt. Vermutlich spielen jedoch beide Faktoren eine Rolle. Endgültige Klarheit könnten nur personenbezogene Langzeitstudien vom Kind bis zum Greis bringen. Doch dafür dürfte es letztlich am Aufwand und an den erforderlichen Geldmitteln scheitern.

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