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Was ist Misophonie?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:25
Ein Begriff aus der Neurowissenschaft.

Unter dem Begriff Misophonie - welcher sich aus dem griechischen "misos" = Hass und "phone" = Geräusch ableitet - versteht man den Hass auf Geräusche bzw. haben Personen mit dieser Erkrankung eine verminderte Toleranz gegenüber Geräuschen. Bislang wird angenommen, dass dies eine neurologische Erkrankung ist, welche durchaus auf Grund von bestimmten Geräuschen ausgelöst wird. Hier spielt die Lautstärke jedoch keine Rolle. Eine "richtige Erkrankung" ist es nicht; nach dem ICD-10 oder dem DSM-IV-TR gibt es keine Kennzeichnung.

  • Wie viele Betroffene es mit Misophonie tatsächlich gibt, ist nicht bekannt.
  • Das liegt wohl daran, dass viele betroffene Personen mit diesen Symptomen erst gar nicht zum Arzt gehen.
  • Oftmals ist diese Geräuschintoleranz auch mit dem Tinnitus verbunden; an dem sind übrigens vier bis fünf Prozent der Gesamtbevölkerung erkrankt.

Das ist Misophonie

  • Pawel und Margaret Jastreboff, amerikanische Neurowissenschaftler, haben diesen Begriff geprägt. Gerne wird als Synonym auch der Begriff "selective Sound Sensitivity Syndrom" - also die "selektive Geräuschintoleranz" verwendet. Gegenüber anderen Überempfindlichkeiten im Bereich Geräusche (etwa Schall, welcher bei Hyperakusis als störend empfunden wird), bezeichnet sich bei der Misophonie regelrecht die Störung bei bestimmten Geräuschen.
  • Das können Essgeräusche, Atemgeräusche oder auch Gähnen wie das Kaugummikauen sein. Aber auch Geräusche, welche durch immerwährende Bewegungen ausgelöst werden (mit dem Fuß wackeln) können durchaus als störend empfunden werden.
  • Welche Ursachen die Krankheit auslösen ist nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine Störung im Zentralnervensystem handelt. Ebenfalls sind viele Mediziner überzeugt, dass die Misophonie auch eine andere Form der Hyperakusis darstellen könnte.

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